Ejob Solomun (SG Wenden) Dritter bei Halbmarathon-DM 2015 in Husum

Die erfolgreiche Crew der SG Wenden (v. links): Steffi Bröcher, Trainer Egon Bröcher; Christl Dörschel, Tim-Arne Sidenstein, Ramona Wied, Sven Sidenstein, Laura Lienhart, Mara Lückert, Nils Schäfer und Ejob Solomun.
Die erfolgreiche Crew der SG Wenden (v. links): Steffi Bröcher, Trainer Egon Bröcher; Christl Dörschel, Tim-Arne Sidenstein, Ramona Wied, Sven Sidenstein, Laura Lienhart, Mara Lückert, Nils Schäfer und Ejob Solomun.

Husum. Die Deutschen Halbmarathon-Meisterschaften in Husum waren ein gutes Pflaster für die heimischen Langstreckler der SG Wenden und des TuS Deuz. Vor allem für die Läufer der SG Wenden war es wieder ein grandioses Wochenende. Mit zwei Deutschen Meistertiteln, ein mal Silber und zwei mal Bronze gehörte die SG Wenden, zusammen mit der Telis Finanz Regensburg, zu den erfolgreichsten Clubs der DM in Norddeutschland und machte wieder bundesweit auf sich aufmerksam. Allen voran sorgte Ejob Solomun für eine große Überraschung mit dem dritten Platz im Gesamteinlauf der Männer und dem Sieg in der Klasse U23 in 1:04:58 Stunden.

Egon Bröcher, Trainer der SG Wenden zog ein überaus positives Fazit: „Das war für uns die beste Meisterschaft die wie je hatten. Zum ersten Mal sind wir bei den Männern und bei den Frauen vorne mit dabei.“

Ejob Solomun Dritter in 1:04:58 Std.

Für eine faustdicke sorgte der Eritreer Ejob Solomun. Bei teils heftigem und böigen Wind lief der erst 22-jährige Läufer aus Nordostafrika 1:04:58 Stunden. Mit dieser Leistung sicherte er sich im Gesamteinlauf, nach 6 Runden durch die Husumer Innenstadt, hinter Philipp Pflieger (Regensburg) 1:04:13 Std. und Manuel Stöckert (SC Osthein Rhön) 1:04:32 Std. den sensationellen dritten Platz und den Sieg in der Klasse U23. Die einzelnen Kilometer-Abschnitte hat er damit in rund 3:05 min. und die 10 Kilometer jeweils in 30:47 min. zurückgelegt. Seine bisherige Bestzeit aus 2014, von 1:06:24 Std. konnte er damit nochmal deutlich unterbieten.

Da auf der Strecke, für Norddeutschlands Küsten ja üblich, ständig sehr starker Wind wehte, wurde das Feld schon kurz nach dem Start in viele kleine Gruppen zerlegt, wo jeder versuchte, etwas Windschatten zu ergattern. Ejob Solomun hatte sich mutig für die zunächst fünfköpfige Führungsgruppe entschieden. Dort konnte er den beiden Besten bis wenige Kilometer vor dem Ziel Paroli  bieten. Der Gewinn der Bronzemedaille bei Deutschen ist der bisher größte Erfolg des jungen Eritreers.

Tim-Arne Sidenstein hatte sich mehr vorgenommen

Durch seinen etwas defensiveren Start, fand sich Tim-Arne Sidenstein (SG Wenden) in der Verfolgergruppe wieder. Daraus versuchte er mehrmals im Alleingang den Anschluss zur Spitze herzustellen, doch der Wind machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Mit 1:07:15 Stunden belegte der schnelle Konditor den 11. Platz und blieb damit nur gut eine halbe Minute hinter seiner persönlichen Bestzeit. Tim-Arne Sidenstein: „Durch den extremen Wind war das schon sehr schwierig. Mit dem Ergebnis bin ich dennoch nicht zufrieden – ich wollte weiter vorne sein. Außerdem war ich letzte Woche noch im Trainingslager und logisch etwas müde in den Knochen.“

Yohannes Hailu Atey (TuS Deuz) läuft 1:07:18

Nur drei Sekunden später folgte der derzeit schnellste Langstreckler im Trikot des TuS Deuz: Yohannes Hailu Atey, der Landsmann von Ejob Solomon, der seit September 2013 im Trikot des TuS Deuz startet, lief starke 1:07:18 Stunden.

Sven Sidenstein mit Halbmarathon-Debüt

Mit seinem Halbmarathon-Debüt war der ältere Bruder von Tim-Arne, Sven Sidenstein (SG Wenden), sehr zufrieden. In sehr starken 1:10:28 Std. belegte er im Ziel Platz 24 und konnte seine derzeitigen Möglichkeiten voll abrufen.  Auch sein Vereinskollege Nils Schäfer jubelte über eine neue persönliche Bestzeit. In 1:11:21 Std. verbesserte sich um über eine Minute und lief auf den 30. Platz. Mit diesen Leistungen belegte das Männerteam der SG Wenden, hinter Regensburg und Roth (Nürnberg), den 3. Platz. In 3:22:40 Std. (Zeitaddition der besten Drei) war das SG-Team so schnell wie noch nie – selbst nicht beim Titelgewinn 2011 und 2012 in Griesheim.

Stefan Brockfeld (TuS Deuz) Vierter der M45

Auf Platz 79 im Gesamteinlauf und damit auf Platz 4 in der Klasse M45 kam Stefan Brockfeld vom TuS Deuz in 1:17:27 Stunden. Ein starkes Rennen lief auch Jürgen Theofel vom FV Wallau. Nach 1:18:15 Stunden lief er im Gesamtteilnehmerfeld auf Rang 84 – dies bedeutete der DM-Titel in der Klasse M55. Platz fünf in dieser Seniorenklasse 55 belegte Jürgen Schmissek von der LG Sieg in 1:21:21 Stunden.

Rebekka Otterbach (TuS Deuz) Zehnte in 1:22:33 Std.

Schnellste heimische Läuferin war Rebekka Otterbach vom TuS Deuz. Die 29-Jährige verfehlte in 1:22:33 Stunden die persönliche Bestzeit von 1:22:15 Stunden aus 2013 (Refrath) nur relativ knapp. Für die Lehrerin, die den 10. Platz in der Frauenhauptklasse belegte, war es jedoch aufgrund der widrigen Windverhältnisse eine starke Leistung.

Ramona Wied (SG Wenden) holt DM-Titel in der W45

Hinter der starken Teamleistung der Männer standen auch die Frauen der SG Wenden nicht zurück. In ihrem ersten Jahr in der Klasse W 45 wurde Ramona Wied überraschend Deutsche Meisterin. In 1:24:45 Std. blieb sie, trotzt der widrigen Windverhältnisse, nur vier Sekunden hinter ihrer persönlichen Bestzeit aus dem Jahre 2012, aufgestellt in Traben-Trarbach. Auch Steffi Bröcher, die sich in den letzten Rennen auf hohem Niveau stabilisieren konnte, durfte sich in 1:26:45 Std. über eine klare neue persönliche Bestzeit freuen. Mit 1:22:55 Stunden blieb Christl Dörschel (ehemals Viebahn) klar zurück. Die 39-Jährige, die aus dem Vorjahr eine Bestzeit von immerhin 1:17:40 Stunden zu Buche stehen hat, war zwar die Schnellste aus dem Kader der SG Wenden, doch anhaltende starke Seitenstiche machten es ihr unmöglich ein höheres Tempo zu laufen.  Christl Dörschel: „Ich habe mich durchgequält bis ins Ziel. Ich hatte immer die Mannschaftswertung im Blick.“

Und da gab es dann auch die nächste positive Überraschung. In der Addition ihrer Zeiten ergab sich dann 4:14:26 Std. und das bedeutete, hinter Regensburg, der zweite Platz in der  Gesamt-Teamwertung. Ramona Wied: „Wir hatten im Vorfeld etwa mit Platz 6 geliebäugelt – Deutscher Vizemeister fühlt sich auch sehr gut an.“

Die Zweite Medaille in Gold gab es dann noch für das Frauenteam in der Klasse  W35-W45. Hier setzte sich die Mannschaft der SG Wenden, noch mit Mara Lückert (1:28:11 Std.) und Laura Lienhart (1:26:50), gegen die bundesdeutsche Konkurrenz durch.

TuS Deuz gewinnt Mannschaftswertung in der M60/M65

Die siegreiche M60/M65-Mannschaft des TuS Deuz mit (von links) Gerhard Schneider, Karl Steiner und Günter Bieler.
Die siegreiche M60/M65-Mannschaft des TuS Deuz mit (oben von links) Gerhard Schneider, Karl Steiner und Günter Bieler.    Foto: TuS Deuz

Stark präsentierten sich auch die Senioren des TuS Deuz: In der Besetzung Gerhard Schneider, Günter Bieler und Karl Steiner gewann der TuS den Mannschaftstitel in der M60/M65. Den Grundstein legte Gerhard Schneider, der in 1:25:58 Stunden eine neue Siegerlandbestzeit in der Klasse M65 aufstellte und Vizemeister der Klasse M65 wurde. Günter Bieler folgte in 1:27:59 Stunden, damit belegte er den achten Platz in der Klasse M60. Den Mannschaftserfolg komplettierte Karl Steiner in 1:37:54 Std. (19. M60).

Werner Stöcker (LG Wittgenstein) Vizemeister in der M75
Sabine Hausstein hält nun 13 Siegerland-Bestzeiten

Zum Vizetitel in der Klasse M75 lief Werner Stöcker von der LG Wittgenstein in 1:39:49 Stunden. Der rüstige Senior hatte mit Fokke Kramer vom Bosauer SV, der die Klasse in 1:38:47, einen harten Widersacher. Auf den achten Platz in der W55 kam die Eiserfelderin Sabine Hausstein (TV Niederschelden) in 1:43:12 Stunden. Im ersten Jahr der Altersklasse W55 stellte sie damit auch eine neue Siegerlandbestzeit auf – die bisherige Bestmarke hielt Ulrike Pithan (TuS Deuz) mit 1:49:08 Stunden (Marburg 2007). Damit hält Sabine Hausstein insgesamt neun Siegerlandbestleistungen in den Seniorenklassen und vier Siegerlandrekorde in der Frauenhauptkasse, damals gelaufen im Trikot des TV Niederschelden unter ihrem Mädchennamen Sabine Menn:
Frauen-Hauptklasse
10.000 Meter: 35:31,13 min. – Menden 1985
Halbmarathon:  1:20:17 Std. – Attendorn 1987
25 Kilometer:  1:33:29 Std. – Waldniel 1984
Marathon: 2:46:35 Std. – Frankfurt 1985
Frauen W30
3.000 Meter: 10:12,07 min. – Recklinghausen 1990
5.000 Meter: 18:11,01 min. – Bad Oeynhausen 1990
15 Kilometer: 56:42 min. – Rheurdt 1990
Frauen W35
10 Kilometer: 38:57 min. – Wegberg 2000
Halbmarathon: 1:28:21 Std. – Arnstadt 2001
Frauen W40
5.000 Meter: 18:27,4 min. – Betzdorf-Kirchen 2000
10 Kilometer: 38:57 min. – Wegberg 2000
Halbmarathon: 1:28:21 Std. – Arnstadt 2001
Frauen W55
Halbmarathon: 1:43:12 Std. – Husum 2015

Alle Ergebnisse HIER

2 Kommentare

    1. Ja Uwe, das ist „unsere“ Sabine Menn vom TV Niederschelden. Sie ist immer noch die Siegerlandrekordhalterin im Marathon in 2:46:35 (Frankfurt 1985) und über 10.000 Meter in 35:31 min. (Menden 1985).

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