„Totes Rennen“ beim Ausdauer-Cup-Start in Wehbach

Start zum 36. Ausdauer-Cup 2024 beim Asdorflauf des VfL Wehbach: Seite an Seite liefen die Trainingskollegen Marco Giese (links) und Freddi Wehner über 10 Kilometer ein einsames Rennen an der Spitze. Am Ende teilten sie sich den Gesamtsieg in 31:40 Minuten. Foto: Frank Steinseifer

WEHBACH. Der Startschuss zum 36. Ausdauer-Cup 2024 ist gefallen. Beim Asdorflauf des VfL Wehbach, dem ersten von acht Wertungsläufen, waren bei besten äußere Bedingungen 328 Läuferinnen und Läufer am Start. Über 10 Kilometer teilten sich Freddi Wehner und Marco Giese (beide SG Wenden) den Gesamtsieg in 31:40 Minuten. Bei den Frauen gewann ihre Vereinskollegin Judith Hacker in 38:20 Minuten. Der Jugendliche Jalon Frensch (LG Kindelsberg Kreuztal) gewann mit starker Vorstellung über 5 Kilometer in 17:17 Minuten.

Kilometer um Kilometer waren die zwei Trainingskollegen von der SG Wenden Seite an Seite über die Koblenz-Olper-Straße gerannt – mal der eine, mal der andere vorne in der Führungsposition. Am Ende teilten sich der Alchener Frederik Jonas Wehner und der Olper Marco Giese den Sieg über 10 Kilometer beim Asdorflauf des VfL Wehbach, dem Auftakt zum 36. Ausdauer-Cup 2024, in flotten 31:40 Minuten. Beide Läufer hatten sich nicht völlig verausgabt, wollten sie den Wettkampf vielmehr als Standortbestimmung vor den Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften am 3. März in Leverkusen nutzen. Beide Läufer waren nicht in „Höchstform“ an den Start vor der Turnhalle des VfL Wehbach gegangen. Marco Giese hatte die letzten „Ausläufer“ seiner Corona-Infektion zu verarbeiten, Freddi Wehner hatte noch zwei Tage zuvor über Erkältungssymptome geklagt. Zu einem souveränen Sieg reichte es dennoch – beide einigten sich auf ein „totes Rennen“ und so liefen sie zeitgleich in den Zielkanal.

„Ganz klar, Freddi hätte mich heute geschlagen.“

Marco Giese (SG Wenden)

„Ganz klar, Freddi hätte mich heute geschlagen“, gab Marco Giese freimütig zu, „doch das Rennen war ja eh nicht so wichtig.“ Erstaunt über seinen Leistungsstand zeigte sich auch Trainingskollege Wehner: „Das lief heute erstaunlich locker, da wäre deutlich mehr drin gewesen. Bei Kilometer sechs hatten wir einen Kilometer in 3:06 Minuten und da habe ich kurz gedacht, wir könnten sogar noch den Streckenrekord angreifen.“ Den hatte übrigens im Vorjahr Ahferom Teame von der SG Sieg aufgestellt, nachdem er in einem fulminanten Finish Fabian Jenne von der SG Wenden überspurtet und mit nur einem Schritt Vorsprung in 31:13 Minuten gesiegt hatte. Beide Läufer waren diesmal nicht mit von der Partie. Fabian Jenne fehlte urlaubsbedingt und Ahferom Teame klagt weiterhin über muskuläre Probleme.

Die drei schnellsten Läuferinnen tragen alle das Trikot der SG Wenden (von links): Steffi Osthoff, Judith Hacker und Christl Dörschel. Foto: Frank Steinseifer

„Das war heute mein mit Abstand
schnellstes Rennen nach meiner Knie-OP.“

Judith Hacker (SG Wenden), Siegerin über 10 Kilometer

Es war ein Saisonauftakt nach Maß beim Asdorflauf in Webach, dem ersten von insgesamt acht Wertungsläufen zum 36. Ausdauer-Cup 2024: Beste äußere Bedingungen bei Sonnenschein und kühlen 7 Grad im Schatten, 328 „Finisher“ im Ziel und „volle Hütte“ bei der anschließenden Siegerehrung in der Turnhalle. Nicht nur die zwei Tagesschnellsten, auch viele andere Läufer freuten sich über ihre schnellen Laufzeiten, einige sogar über persönliche Bestmarken, gelten die Resultate auf der amtlich vermessenen Strecke doch zur Eingabe in den Bestenlisten. Im Hauptlauf über 10 Kilometer gab es bei den Männern und Frauen das gewohnte Bild: Sowohl bei den Männern, als auch bei den Frauen dominierte die SG Wenden. Mit Frederik Wehner und Marco Giese (beide 31:40 Minuten), dem Wilgersdorfer Markus Mockenhaupt (33:35), der ein einsames Rennen gegen die Uhr lief und dem Olper Julian Pulte (34:20) trugen die vier schnellsten vier Läufer das Trikot der SG Wenden, fünf der ersten acht Männer waren im roten Dress der SG und auch bei den Frauen gab es an der Spitze das gleiche Bild: Mit Siegerin Judith Hacker (38:20), Christl Dörschel (38:37) und Steffi Osthoff (39:20) liefen drei Langstrecklerinnen der SG Wenden vorneweg. Siegerin Judith Hacker zeigte sich nach dem Rennen äußerst zufrieden: „Das war heute mein mit Abstand schnellstes Rennen nach meiner Knie-OP.“

Schnelles Rennen von Jalon Frensch über 5 Kilometer

Jalon Frensch (links/LG Kindelsberg Kreuztal) profitierte von seiner Tempomachern, der Laufgruppe über 10 Kilometer Anno Dallmann (391), Julian Pulte (271) und Christian Rüsche (272). Foto: Frank Steinseifer

Über 5 Kilometer hinterließ Jalon Frensch von der LG Kindelsberg einen starken Eindruck. Der noch 16-Jährige Triathlet aus dem Jahrgang 2007 profitierte vom gemeinsam gestarteten Rennen über 10 Kilometer und hatte mit der Gruppe der Deuzer Anno Dallmann (5./34:22), Christian Becker (6./34:33) sowie dem Wendener Christian Rüsche (7./34:42) ideale Tempomacher. Der Nachwuchstriathlet vom Tri Team Siegerland siegte in beachtlichen 17:17 Minuten. „Mein Fokus liegt aber in diesem Jahr auf dem Triathlonsport“, erklärte Jalon Frensch. Schnellste Läuferin über 5 Kilometer war die Buschhüttenerin Inga Sauer vom SSF Bonn Triathlon in 19:26 Minuten.

Lennart Stock (DJK Betzdorf) vor Leo Uebach (LG Kindelsberg)

Heißer Kampf um den Sieg bei den Schülern über 1000 Meter. Im Endspurt setzte sich Lennart Stock von der DJK Betzdorf mit der Zeit von 3:21 Minuten gegen Leo Uebach von der LG Kindelsberg Kreuztal durch. Foto: Frank Steinseifer

Bei den Schülern über 1000 Meter gewann Lennart Stock von der DJK Betzdorf in 3:21 Minuten – er hatte im Endspurt den ein Jahr jüngeren Leo Uebach von der LG Kindelsberg Kreuztal bezwungen. Bei den Schülerinnen siegte Filipa Klein (ASC Weißbachtal/3:41 Minuten) vor Mia Münch vom VfB Wissen (3:45 Minuten) – noch stärker einzuschätzen ist jedoch die Leistung von Viktoria Härter vom VfB Wissen. Die Nachwuchsläuferin aus dem Jahrgang 2013 ließ in 3:53 Minuten noch etliche ältere Läuferinnen hinter sich.

Start zum 1000-Meter-Lauf der Schülerinnen – zu erkennen die spätere Zweitplatzierte Mia Münch von der LG Sieg (Startnummer 46), rechts daneben die spätere Siegerin Filipa Klein (ASC Weißbachtal/Nr. 93/verdeckt) und Zoe Kristin Page von der DJK Herdorf/Nr. 76). Foto: Frank Steinseifer

10 Kilometer

Gesamteinlauf: 1. Frederik Wehner 31:40/1. Marco Giese 31:40; 3. Markus Mockenhaupt 33:35; 4. Julian Pulte (alle SG Wenden) 34:20; 5. Anno Dallmann (TuS Deuz) 34:22; 6. Christian Becker (TuS Deuz) 34:33; 7. Christian Rüsche (SG Wenden) 34:42; 8. Rene Metzger (DJK Herdorf) 35:30; 9. Daniel Sauer (TuS Deuz) 35:40; 10. Maximilian Ferger (WSG Bad Marienberg) 35:43.

Männer

Hauptklasse: 1. Frederik Wehner (SG Wenden) 31:40; 2. Julian Pulte (SG Wenden) 34:20; 3. Christian Rüsche (SG Wenden) 34:42. 

M30: 1. Marco Giese (SG Wenden) 31:40; 2. Maximilian Ferger (WSG Bad Marienberg) 35:43; 3. Lucas Hehl 38:25.

M35: 1. Anno Dallmann (TuS Deuz) 34:22; 2. Rene Metzger (DJK Herdorf) 35:30; 3. Daniel Sauer (TuS Deuz) 35:40. 

M40: 1. Markus Mockenhaupt (SG Wenden) 33:35; 2. Christian Becker (TuS Deuz) 34:33; 3. Pascal Friedhoff (TVE Netphen) 36:01. 

M45: 1. Florian Schneider (TV Littfeld/LGK) 39:04; 2. Nils Richter (TV Haiger/Vo2max) 40:12; 3. Markus Kringe (CVJM Siegen) 43:50. 

M50: 1. Markus Rathmann (TVG Buschhütten) 39:22; 2. Michael Schenk (SV Hellas Siegburg) 41:38; 3. Sascha Söhngen (VFL Wehbach) 42:30. 

M55: 1. Thomas Bückemeyer (TSG Valbert 1894) 38:28; 2. Andreas Senner (TuS Deuz) 43:27; 3. Jörg Mauter (Wiehltaler LC) 44:19. 

M60: 1. Martin Tarfeld (ASC Weißbachtal) 42:01; 2. Frank Forster (LG Kindelsberg) 42:12; 3. Horst Grübener (TuS Deuz) 43:51. 

M65: 1. Holger Natzke (TuS Deuz) 43:52; 2. Bernd Brenner (RSV Daadetal) 48:16; 3. Klemens Muhl (DJK Herdorf) 52:16. 

M70: 1. Hans-Jürgen Lichte (LG Sieg) 46:32; 2. Günter Bieler (TuS Deuz) 47:44; 3. Bernd Loock (Skifreunde Hüttental) 55:48.

M75: 1. Walter Dzaak (Ferndorf) 59:07; 2. Ulrich De Haan (LT Fischbacherberg) 1:15:42.

Frauen

Hauptklasse: 1. Emily Gilles 40:28; 2. Liv Behle (SG Wenden) 41:30; 3. Maja Krause (SG Wenden) 42:27. 

W30: 1. Judith Hacker (SG Wenden) 38:20; 2. Natalie Kötting (TuS Deuz) 45:50; 3. Iris Haehner (TuS Deuz) 46:59. 

W35: 1. Stefanie Osthoff (SG Wenden) 39:20; 2. Lisa Merz (ASC Weißbachtal) 55:43; 3. Sandra Harzfeld (TuS Kaan Marienborn) 56:00. 

W40: 1. Katrin Puruncajas 50:10; 2. Diana Hedwig (SG Sieg Lt Do 18.30) 50:10; 3. Sonja Hedderich 53:26. 

W45: 1. Christl Dörschel (SG Wenden) 38:37; 2. Boukje Beckmann (SG Wenden) 43:36; 3. Nicole Richstein 52:15. 

W50: 1. Tanja Sunder 44:55; 2. Anja Brenner (WSG Bad Marienberg) 48:57; 3. Anja Schneider-Schaffarczyk (ASC Weißbachtal) 49:21. 

W55: 1. Sabine Hoffmann (ASC Weißbachtal) 48:30; 2. Ira Uebach (TuS Adh Weidenau) 51:22; 3. Katja Bieler (RSV Osthelden) 53:45. 

W60: 1. Susanne Hein (TV Kredenbach-L./LGK) 51:15. 

W65: 1. Gudrun Renner (TuS 08 Bilstein) 59:56; 2. Christa Siller (ASC Weißbachtal) 1:00:20 Std. 

W70: 1. Barbara Jüngst (ASC Weißbachtal) 1:09:37. 

5 Kilometer

Männer

MU16: 1. Noah Schwan (LG Westerwald) 27:22; 2. JusTuS Schneider (TV Littfeld / Lgk) 33:19.

MU18: 1. Jalon Frensch (LG Kindelsberg) 17:17; 2. Julius Hehn (DJK Betzdorf) 18:27; 3. Louis Meirich (WSG Bad Marienberg) 18:53.

MU20: 1. Phil Sziburies (SG Wenden) 19:32.

Allgemeine Klasse: 1. Johannes Diedershagen (SG Westerwald) 19:53; 2. Christian Strauch (DIE Mannschaft) 21:04; 3. Patrick Loibl (ASC Weißbachtal) 21:15. 

Frauen

WU16: 1. Carlotta Augst (LG Westerwald) 27:41; 2. Malina Ziegler (LG Westerwald) 27:42; 3. Lily Berg (ASC Weißbachtal) 30:04. 

WU18: 1. Greta Fuchs (TV Langenholdinghausen/LGK) 20:20; 2. Laura Bungart (SG Wenden) 23:49; 3. Svenja Krombach (TV Jahn Siegen) 25:32. 

WU20: 1. Antonia Roth (TV Jahn Siegen) 22:40. 

Allgemeine Klasse: 1. Inga Sauer (SSF Bonn Triathlon) 19:26; 2. Franziska Roth (TV Jahn Siegen) 24:14; 3. Jennifer Jenne (VTV Freier Grund) 26:58. 

2,5 Kilometer Fun-Run

1. Friedrich Uebach (TuS AdH Weidenau) 13:07; 2. Simon Schwan 14:47; 3. Hans-Joachim Fries (RSV Daadetal) 31:46; 3. Dennis Pauschert (DIE Mannschaft) 31:46. 

1000 Meter – Schüler

M8: 1. Adam Krzanowski (TuS Deuz) 4:02; 2. Josua Schirdewahn (SG Wenden) 4:31; 3. Jakob Quandel (TuS Bad Marienberg) 4:36.

M9: 1. Elmar Schneider (LG Kindelsberg) 4:27; 2. Oskar Bätzing (DJK Betzdorf) 4:29; 3. Max Hüsch (TuS Bad Marienberg) 4:35.

M10: 1. Chris Moschos (TuS Deuz) 3:57; 2. Samuel Sendzik (TuS Bad Marienberg) 4:12; 3. Paul Merz (ASC Weißbachtal) 4:14.

M11: 1. Lennart Geibel (TuS Deuz) 3:52; 2. William Arnold (TuS Deuz) 3:54; 3. Laurenz Stendenbach (LG Sieg) 3:56.

M12: 1. Janis Semmerling (TuS Deuz) 3:24; 2. Mattis Junker (TuS Deuz) 3:35; 3. Johannes Angelos Beel (VTV Freier Grund) 3:55.

M13: 1. Leonard Uebach (LG Kindelsberg) 3:22.

M14: 1. Lennart Stock (DJK Betzdorf) 3:21; 2. Bastian Schweinsberg (SG Wenden) 3:36; 3. Paul Stahl (SG Wenden) 3:38.

1000 Meter – Schülerinnen

W8: 1. Marie Koch (TuS Deuz) 4:35; 2. Lotte Stephan (DJK Betzdorf) 5:31; 3. Ella Beerbalk (DJK Betzdorf) 6:05.

W9: 1. Leni Willwacher (TuS Bad Marienberg) 4:20; 2. Lumi Klein 5:02; 3. Giglia Civitavecchia (TuS Deuz) 5:06.

W10: 1. Isa Fuchs (TuS Deuz) 4:27; 2. Anna Höpoltseder (DJK Betzdorf/Kirchen) 4:31; 3. Charlotte Belz 4:47.

W11: 1. Viktoria Härter (LG Sieg) 3:53; 2. Mathilda Jung (ASC Weißbachtal) 4:01; 3. Mia Marie Boger (TuS Deuz) 4:29.

W12: 1. Filipa Klein (ASC Weißbachtal) 3:41; 2. Leni Schneider (ASC Weißbachtal) 3:56; 3. Sofi Bejm (TuS Deuz) 3:57.

W13: 1. Matilda Stendenbach (LG Sieg) 3:55; 2. Lilly Jung (ASC Weißbachtal) 4:17.

W14: 1. Louisa Münzner (ASC Weißbachtal) 3:52; 2. Zoe Kristin Page (DJK Herdorf) 3:54; 3. Marie Lamowski (DJK Betzdorf) 4:31.

W15: 1. Mia Münch (VFB Wissen) 3:45.

36. Ausdauer-Cup 2024

27.01.2024: 22. Asdorflauf Wehbach
17.02.2024: 22. Föschber Radweglauf
04.05.2024: 18. Flecker Tunnellauf Freudenberg
18.05.2024: Deuzer Sparkassen-Pfingstlauf
21.06.2024: NEU: 1. Bahnlauf CLV Siegerland
07.09.2024: 10. Wieland Waldlauf Wilnsdorf
29.09.2024: 37. Herdorfer Goetzelauf
02.11.2024: 48. Südsauerlandlauf der SG Wenden

2 Kommentare

  1. Enttäuschung und Frust für langsame Läuferinnen und Läufer
    Es war leider so, dass die Streckenposten schon am Abbauen waren, obwohl noch zwei Läufer auf der Strecke waren !!!
    UND es fuhren die Autos schon auf der Strecke. Es kann nicht sein, dass man als Läufer auf der Strecke den Autos ausweichen muss!!!!
    Dies hat die Endzeit der Schlussläufer beeinflusst !!!
    Und es demotiviert die langsamen Läufer unter uns !!!!!

    Ich erzähle hier an dieser Stelle meine persönliche Geschichte vom Asdordlauf in Wehbach:
    Ich bin die vorletzte Läuferin, Stefanie von der Heyden mit der Startnummer 221, sozusagen eine der Betroffenen. Nach mir kam nur noch ein Ü70-Läufer, Ulrich de Haan mit der Startnummer 247 in 1:15:42 Stunden.

    Es wurmt mich einfach und hält meine Gedanken und Gefühlswelt gerade nachhaltig im Griff.
    Auf den letzten Metern hatte ich vor mir und hinter mir Autos. Andere Läuferinnen sind eingesprungen und hinter mir als lebende Wand gelaufen – ausgestreckte Arme – und zu dem Stressfaktor, plötzlich wegen Autos bremsen zu müssen, kommt dann der Streckenposten vom Wendepunkt einem entgegen und hat Leitkegel unter den Arm geklemmt.

    Da hab ich dann die Nerven verloren und bin nur noch heulend (!!) die letzten Meter zum Wendepunkt (zum Glück mit Spray auf Straße markiert) und dann zurück ins Ziel gestolpert. Laufen konnte man das nicht mehr nennen. Jeder, der mal bei einem Lauf weinen musste, kann das sicher bestätigen, dass dies alles durcheinander bringt. Die Sicht, der Rhythmus, die Atmung. Das verstörende Gefühl von Zweifel und Verzweiflung.

    Die anderen Läuferinnen hatten zum Glück meine Not bemerkt und mich auch auf dem „Tränenweg“ angefeuert und versucht, mich zu beruhigen, damit ich wieder richtig Atmen kann. Ich möchte nicht wissen, wieviel Zeit mich das gekostet hat. Im Ziel hab ich auch nur noch Frust und Enttäuschung gefühlt und war später nur noch froh, von da weg zu kommen.

    An der Platzierung hätte es nichts geändert, das weiß ich und die ist mir auch egal – aber es hat mich ausgebremst – ich war schneller unterwegs als sonst und bis dahin recht konzentriert und auch freudig unterwegs gewesen. In dem Bewusstsein, dass es für mich eine neue Bestzeit werden würde. Der Rest des Tages war für mich gelaufen. Ich habe zwar mitbekommen, dass andere Läufer sich irgendwo beschweren wollten, weiß aber nicht ob und wo sie es getan haben.

    Ich habe letztes Jahr im Frühjahr, mit einem Anfängerkurs in meinem Verein ASC Weißbachtal, mit dem Laufen begonnen.
    Dort wurde mir das Gefühl vermittelt, jeder ist ein Läufer. Auch mit einiges über 100 kg. Solange man nicht auf der Couch sitzen bleibt.

    Inzwischen – mit mehr als 10 kg weniger und regelmäßigem Training im Verein, bin ich eigentlich im Tempo einer Durchschnittsfrau in meinem Alter angekommen. Der Abschluss vom Einsteiger-Kurs war der Deuzer Pfingstlauf mit 5 km. Und mir hat die Atmosphäre dort so gefallen, dass ich weitertrainiert habe und die Wettkämpfe für mich ein Highlight waren.

    Bei dem Silvesterlauf habe ich für die 10 km 1:18:01 Stunden benötigt. Da ist der letzte Teilnehmer mit 1:33:58 Stunden ins Ziel gekommen und es wurde auch nicht schon vorher abgebaut. Beim 47. Südsauerlandlauf in Wenden, dem 8. Lauf Ausdauer-Cup-2023, waren es über 10 km 1:19:01 Stunden.
    Über 10 km beim Herbstwaldlauf in Wilnsdorf, 7. Lauf Ausdauer-Cup-2023, waren es 1:22:03 Stunden. Bisher war ich es von den anderen Veranstaltungen gewohnt, dass bis auch der letzte im Ziel war, alle angefeuert wurden.

    Also ist mir schon bewusst, dass die Zielzeit mit 1:13:37 top war. ABER es ist eine Zeit, die schneller hätte sein können wenn die äußeren Umstände anders gewesen wären. Und mich persönlich hat das Erlebnis in Wehbach verunsichert. Was erwartet mich beim nächsten 10-Kilometer-Lauf? Will man keine Durchschnittsläufer auf solchen Veranstaltungen haben? Soll es nur noch die Elite sein? Mir wurde beim ASC Weißbachtal eigentlich beigebracht, dass der Laufsport für Jedermann/Jederfrau sei.

    Und aus diesem Frust heraus, und weil es mich nachhaltig beschäftigt und verunsichert, habe ich den Kommentar hier zum Artikel auf Laufen57 hinterlassen. Trotz allem habe ich mich für den nächsten Lauf der Ausdauer-Cup-Serie angemeldet. Ich hoffe einfach, mich bis dahin wieder etwas gefangen zu haben.

    Mit läuferischen Grüßen
    Stefanie von der Heyden, Wilnsdorf
    ASC Weißbachtal

    1. Hallo Stefanie von der Heyden,

      vielen Dank für Deine Ausführungen und die sehr persönlichen Eindrücke.
      Ich kann Deinen Frust sehr gut nachvollziehen. Ich bin als Journalist ja vor Ort gewesen und bei meiner Abfahrt habe ich das Problem ja auch hautnah miterlebt. Ich habe einen Autofahrer noch daran hindern wollen, dass er während des noch laufenden Wettkampfs schon vom Parkplatz auf die Strecke fährt. Da haben sich einige Autofahrer absolut rücksichtslos verhalten!! Und vor allem auch gegen die Anweisung in der Ausschreibung, dass die Streckensperrung erst nach Ende der Veranstaltung aufgehoben wird. Das rücksichtslose Verhalten einiger Autofahrer, die nach dem Wettkampf schnellstmöglich die Heimreise antreten wollten, konnten aber auch die Streckenposten nicht verhindern, da nicht auf jedem Parkplatz an der Strecke Leute vom Verein gestanden haben. In der Ausschreibung stand jedoch klar verständlich: Die Straßensperrung wird erst nach Ende des Laufs wieder aufgehoben! Daran haben sich leider kurz vor Ende nicht alle gehalten. Das wäre wirklich eine Sache der Polizei gewesen. Der Veranstalter VfL Wehbach wird die Beschwerden sicherlich ernst nehmen und im nächsten Jahr für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert