Zwei neue Rekorde beim 42. Rothaar-Waldlauf in Aue-Wingeshausen

Tobias Schmechel holte sich nach dem zweiten Platz im Vorjahr diesmal den Gesamtsieg über 15 Kilometer beim 42. Rothaar-Waldlauf in Aue-Wingeshausen.
Tobias Schmechel (BSG Geisweid) holte sich nach dem zweiten Platz im Vorjahr diesmal den Gesamtsieg über 15 Kilometer beim 42. Rothaar-Waldlauf in Aue-Wingeshausen in 54:36 Minuten vor Andreas Senner (TuS Deuz).

Aue-Wingeshausen. Schönstes Spätsommerwetter, mit 497 Läufern/Walkern im Ziel ein neuer Teilnehmerrekord und durch die Erndtebrückerin Nina Stöcker eine neue Bestzeit über die Königsdisziplin von 28 Kilometern in 1:48:29 Stunden – das sind die Highlights beim 42. Rothaar-Waldlauf des TSV Aue-Wingeshausen, dem 5. und vorletzten Wertungslauf der Rothaar-Laufserie 2014.

Die „13“ scheint für die Organisatoren der Rothaar-Laufserie eine Glückszahl zu sein: Der Run auf die beliebte Laufserie hält nämlich auch im dreizehnten Jahr ihres Bestehens weiter an. Während andere Volkslauf-Veranstalter über rückläufige Starterzahlen klagen, erfreut sich die Rothaar-Laufserie um den AOK-Cup weiterhin großer Beliebtheit. So feierte der TSV Aue-Wingeshausen bei seinem 42. Rothaar-Waldlauf sogar einen neuen Teilnehmerrekord: Mit 497 Teilnehmern im Ziel (inklusive Bambini und Walker) waren es so viele wie niemals zuvor in den 41 Jahren. Die bisherige Bestmarke wurde im Jahr 2007 aufgestellt und lag bei 487 Startern. 71 Teilnehmer waren es auf der „Königsstrecke“ über 28 Kilometer, 179 über 15 Kilometer, 69 über 5 Kilometer und sogar 78 im Schülerlauf über 2 Kilometer. Noch hinzu kommen die vielen Walker und Nordic-Walker. Allein über 5 Kilometer gab es eine Steigerung von 25 auf jetzt 50 Teilnehmer. Der begehrte Landschaftslauf im Wittgensteiner Land lockte in diesem Jahr sogar Läufer aus dem 200 km entfernten Hilwartshausen bei Northeim und aus dem 300 km entfernten Friedrichroda in der Nähe von Erfurt an.

Insgesamt 100 Helfer bewältigten auch diesmal den hohen organisatorischen Aufwand, denn ähnlich dem Herbstwaldlauf der VSG Alsdorf (Ausdauer-Cup), der nun nach 34 Jahren aufgrund rückläufiger Teilnehmerzahlen eingestellt wird, so werden auch in Aue-Wingeshausen die Läufer per Bustransfer an den Startpunkt gefahren und gleichzeitig der Rücktransport der Trainingskleidung zum Ziel organisiert.

Die schnellsten zwei auf der Königsstrecke über 27,158 Kilometer: Sieger Tim Dally (TuS Deuz/rechts) und der Zweitplatzierte Frank Hardenack. (Neuenkleusheim)
Die Schnellsten auf der Königsstrecke über 28 km: Sieger Tim Dally (TuS Deuz/r.) und der Zweitplatzierte Frank Hardenack (Neuenkleusheim).

Die „Königsstrecke“ mit Start am Albrechtsplatz ist mit einer Streckenlänge von 27,158  Kilometern (GPS-Angabe)vom höchsten Punkt auf 768 m NN und dem Ziel auf 443 m NN tendenziell zwar eine „Bergabstrecke“, stellt jedoch mit sehr steilen Anstiegen und Bergabpassagen hohe Anforderungen an die Langstreckler. Dass er sich vor allem auf den langen Strecken pudelwohl fühlt, demonstrierte einmal mehr Tim Dally vom TuS Deuz. Wie schon beim Herbstwaldlauf in Alsdorf, als er auf der Halbmarathonstrecke mit großem Vorsprung gewann, so war der 29-Jährige auch diesmal allein auf weiter Flur. Als Gesamtsieger im Ziel in 1:43:24 Stunden hatte er viereinhalb Minuten Vorsprung vor Frank Hardenack. Der M35er aus Neuenkleusheim lief nach 1:47:55 Stunden wie schon im Vorjahr als Zweiter (2013: 1:43:47 Std.) in den Zielkanal vor der Turnhalle.

Während bei den Männern der Streckenrekord (damals war die Strecke sogar 29 km lang!) von 1:30:49 Stunden durch den Vize-Crossweltmeister und mehrfachen Deutschen Meister Hans-Jürgen Orthmann seit dem Jahr 1983 wie in Stein gemeißelt ist, hatte Sandra Klein von der SG Wenden erst im Vorjahr die neue Bestmarke bei den Frauen auf 1:49:34 Stunden gesetzt. Doch diese Marke ist nun auch wieder Geschichte, denn bereits auf Platz drei im Gesamteinlauf folgte hinter den beiden Männern Nina Stöcker. Die 22-jährige Erndtebrückerin, die nach ihrem Wechsel von der LG Ratio Münster nun für Eintracht Frankfurt startet, lief nach der Streckenbestzeit von 1:48:29 Stunden ins Ziel. „Ich wollte unbedingt wieder hier laufen, das macht immer viel Spaß in der Heimat“, erklärte die Studentin im Fernstudium an der Uni Münster. Der Start in der Nachbarschaft ihres Heimatortes Erndtebrück hat sich auch finanziell gelohnt, gab es doch für den Sieg und den Streckenrekord insgesamt 250 Euro vom Veranstalter; das sind für einen Profisportler zwar keine Reichtümer, doch immerhin sind dadurch die Anfahrtskosten mehr als abgedeckt.

Auf den weiteren Plätzen folgten über 27,158 Kilometer Carsten Schwarz (4./Team TVE Netphen/1:49:55 Std.), der starke M55er Frank Löschner (5. Gesamt/1. M55/TV Büschergrund/1:55:55 Std.), Felix Grabolle (6./3. MHK/Team TVE Netphen/1:56:57 Std.), Manuel Tuna (7./1. M45/TSG Helberhausen/1:57:02 Std.), Timo Höhl (8./4. MHK/Sportfreunde Edertal/1:58:32 Std.), Andreas Gertz (9./1. M40/TV Eichen/1:58:52 Std.) und Michael Rohleder auf Platz zehn im Gesamtklassement (1. M30/TVG Buschhütten/1:59:08 Std.). Zweitschnellste Frau des Tages war die 44-jährige Ramona Wied von der SG Wenden in 2:04:44 Stunden, dritte Läuferin im Gesamteinlauf war die 43-jährige Heidi Große Gehring von :anlauf Siegen in 2:18:15 Stunden.

Über 15 Kilometer hatte diesmal – ein wenig überraschend – Tobias Schmechel die Nase vorn. Der 38-jährige Weidenauer, der für die BSG Geisweid startet, musste sich im Vorjahr noch hinter dem Sieger Sven Daub (SG Wenden) mit Platz zwei begnügen, diesmal jedoch lief er in 54:36 Minuten einen klaren Sieg heraus. Eine halbe Minute später folgte Andreas Senner vom TuS Deuz in 55:07 Minuten. Senner, der noch vor zwei Wochen beim Citylauf in Bad Berleburg acht Sekunden vor Schmechel gelegen hatte, erklärte im Ziel: „Es lief heute nicht sonderlich gut bei mir. Aber ich musste mich durchbeißen für die Trikotwertung.“ Zur Erklärung: In der Wertung „Sparkassen-Trikot“ erhalten die laufschnellsten Frauen und Männer gemäß Zieleinlauf Punkte von 10 bis 1 – und hier wollte der Eiserner Andreas Senner seine Spitzenposition verteidigen.

Kurz hinter Senner folgte bereits sein Vereinskollege, der 48-jährige Hilchenbacher Thomas Braukmann in 55:28 Minuten. Ebenfalls unter einer Stunde blieben der Vierte im Gesamteinlauf Juri Propp (1. M30/TuS Erndtebrück/55:37 min.), als Fünfter Frank Forster (1. M50/LAG Siegen/56:55 min.), der ehemalige CVJM-Siegen-Spitzenläufer Lars Brandenburger (2. M35/Schmallenberg/58:06 min.), gefolgt von Marco Dohle (1. MHK/ASC Marathon Friedberg/58:10 min.), Viktor Horch (2. M30/o.V./58:21 min.), dem Diplomsportlehrer Christoph Heinbach von OPT Siegen (2. M50/CVJM Siegen/58:48 min.) sowie dem Zehntplatzierten Julian Göpel vom SC Rückershausen (2. MHK/59:21 min.).

Schnellste Frau über 15 Kilometer war Franziska Espeter vom TV Laasphe in 1:04:27 Stunden. Die 25-jährige führt auch weiterhin in der Gesamtwertung der Rothaar-Laufserie. Nur eineinhalb Minuten später folgte bereits die 58-jährige Conny Wagner vom TV Laasphe in 1:05:52 Stunden, Drittschnellste war Silke Schneider-Münker (1. W35/TV Allenbach) in 1:06:17 Stunden.

Der Tagesschnellste über 5 Kilometer:
Der Tagesschnellste über 5 Kilometer: Torben Henrich vom TuS Erndtebrück gewann in 18:12 Minuten.

Während sich Katrin di Teodoro (TV Eichen) der Herausforderung über die „Königsstrecke“ stellte und als Viertschnellste (1. W30/2:20:02 Std.) das Ziel an der Turnhalle erreichte, war Ehemann Antonio der schnellste Jedermannläufer über die 5-Kilometer-Distanz in 19:18 Minuten. Der Tagesschnellste im Feld der 69 Läufer war jedoch ein Jugendlicher: der 19-jährige Torben Henrich vom TuS Erndtebrück stürmte voran und gewann mit deutlichem Vorsprung in 18:12 Minuten. Erste Plätze holten sich auch in diesem Lauf die schnellen Mädels der Läuferfamilie Espeter vom TV Laasphe. Die 19-jährige Maria war in 21:38 Minuten (1. WJU20) die schnellste Läuferin im Feld, ihre zwei Jahre jüngere Schwester gewann die Klasse der WJU18 in 22:47 Minuten.

Am 25. Oktober fällt der Startschuss zum 17. Helberhäuser HauBerg-Lauf, dem Finale zur Rothaar-Laufserie 2014.

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