Gelungene Premiere beim 1. Kindelsberg-Run 2024

1. Kindelsberg-Run über 3,7 Kilometer und 300 Höhenmeter. Bester Kletterer war Fabian Jenne von der SG Wenden, der hier auf den letzten Metern zum Ziel das Steilstück zum Kindelsbergturm hinaufstürmt. ©Foto: Frank Steinseifer

FERNDORF. Über eine gelungene Premiere des Kindelsberg-Run freute sich der Ausrichter TuS Ferndorf. Immerhin 37 Kletterspezialisten hatten den Berglauf über 3,7 Kilometer und 300 Höhenmeter hinauf zum Wahrzeichen der Stadt Kreuztal auf 618 Meter Höhe in Angriff genommen. Die Tagesschnellsten beim Rennen gegen die Uhr waren Fabian Jenne und Steffi Osthoff von der SG Wenden.

Wer seine Leistungsstärke vor allem auf flachen Straßenkursen und der Stadion-Rundbahn hat, der konnte bei diesem Lauf nicht punkten. Nur 3,7 Kilometer lang aber dafür mit 300 Höhenmetern gespickt war der erste Berglauf hinauf zum 618 Meter hohen Kindelsberg eine anspruchsvolle Herausforderung selbst für gut trainierte Querfeldeinläufer. Und doch war der 1. Kindelsberg-Run des TuS Ferndorf, veranstaltet als Jubiläumsberglauf im Rahmen des einen Tag später ausgetragenen 25. Ferndorfer Frühjahrswaldlauf, eine gelungene Premiere. Immerhin 37 Läuferinnen und Läufer stellten sich der Anforderung hinauf auf den Berggipfel des Wahrzeichens der Stadt Kreuztal. „Damit sind wir voll zufrieden“, betonte Organisator Frank Afholderbach, der schon vor Jahren die Idee zu diesem Lauf hatte. Ob es bei einem einmaligen Event bleiben wird, oder aber ein günstiger Termin im ohnehin schon gut gefüllten Laufkalender für eine Neuauflage gefunden wird, das lassen sich die Veranstalter noch offen. Würde dieser Berglauf nicht am Vortag des Frühjahrsklassikers gestartet und sich damit quasi selbst dezimieren, er hätte ganz sicher mehr (Kult-)Potenzial – vor allem dann, wenn nach den abgeschlossenen Renovierungsarbeiten die Kindelsberg-Raststätte zu einer Siegerehrung direkt im Ziel am Gipfel genutzt werden könnte. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Intervallstart alle 30 Sekunden

1. Kindelsberg-Run 2024 über 3,7 Kilometer und 300 Höhenmeter. Thomas Lorsbach war mit Startplatz 28 auf die Strecke gegangen und war in der Endabrechnung zweitschnellster bei den Männern. Dahinter folgt Friedhelm Baier vom TuS Ferndorf, der bereits als Elfter ins Rennen gegangen war.

Im Intervall-Rhythmus waren alle 30 Sekunden die Teilnehmer am Löschteich unterhalb der Wanderhütte in Irlenhecken auf die Strecke geschickt worden. Ein 20- bis 30-minütiger Lauf immer nur bergauf, das ist auch in der hügeligen Mittelgebirgslandschaft des Siegerlandes ein Novum. Dass es die zum Teil weit über 10-prozentigen Steigungen in sich hatten, das stand den Sportlerinnen und Sportlern beim Schlussanstieg kurz vor dem Ziel unterm Kindelsbergturm ins Gesicht geschrieben. Die meisten mussten die letzten Meter bis in den Zielkanal mit Zeitmessung von Martin Stinner im Wanderschritt zurücklegen.

1. Kindelsberg-Run 2024 über 3,7 Kilometer und 300 Höhenmeter. Ganz schön anstrengend so ein Berglauf – hier quält sich der erfahrene Ultraläufer Martin Hansel am Schlussanstieg die letzten Meter bis ins Ziel. ©Foto: Frank Steinseifer

Formtest vor den Deutschen Berglauf-Meisterschaften

Die besten Kletterer kamen von der SG Wenden. Trainer Egon Bröcher hatte Fabian Jenne, seiner Tochter Steffi Osthoff und Johanna Pulte ein hartes Programm zur Vorbereitung auf die Deutschen Berglauf-Meisterschaften am 20. April in Zell am Harmersbach verordnet. Und das sah so aus: die 3,7 Kilometer mit 300 Höhenmetern rauf, die Strecke bergab zur Erholung bis zum Start wieder hinunter – und dann das ganze nochmal bergauf und wieder runter. Ein echter Formtest also vor der DM, bei der auf der Kurzstrecke gut 4 Kilometer bergauf und dann 4 Kilometer bergab und auf der Langstrecke die Runde zweimal gelaufen werden muss.

„Ein toller Lauf auf einer schönen Strecke.
Das sollten die Organisatoren wiederholen!“

Sieger Fabian Jenne, SG Wenden
1. Kindelsberg-Run 2024 über 3,7 Kilometer und 300 Höhenmeter. Sieger Fabian Jenne auf den letzten Metern zum Ziel.

Erwartungsgemäß war bei den Männern Fabian Jenne der beste Kletterer bei den Männern. Im Solo-Lauf gegen die Uhr war er in 16:21 Minuten deutlich der Schnellste und hatte dann auch beim zweiten Gipfellauf noch genügend „Körner“ übrig. „Ein toller Lauf auf einer schönen Strecke. Das sollten die Organisatoren wiederholen“, so das Fazit des Berglaufspezialisten, der sich zusammen mit seinen Trainingskollegen in der DM-Mannschaftswertung eine gute Platzierung erhofft. Zweitschnellster nach Auswertung der Laufzeiten wurde Thomas Lorsbach vom TuS Deuz, der die Bergaufstrecke in 18:40 Minuten meisterte, dahinter folgten Arne Fuchs in 19:28 Minuten und Markus Plett in 20:56 Minuten (beide von der TSG Helberhausen).

„Auch wenn es anstrengend war,
der Lauf hier auf den Kindelsberg hat viel Spaß gemacht!“

Siegerin Steffi Osthoff, SG Wenden
1. Kindelsberg-Run 2024 über 3,7 Kilometer und 300 Höhenmeter. Hier läuft Steffi Osthoff zum zweiten Mal ins Ziel.

Eine richtig starke Leistung zeigte die 37-jährige Steffi Osthoff, die den ersten Bergauflauf in beachtlichen 21:25 Minuten absolvierte und damit Siebte im Gesamteinlauf wurde – dann wieder zurück zum Start und wieder erneut auf den Kindelsberg rannte. „Auch wenn es anstrengend war, der Lauf hier auf den Kindelsberg hat viel Spaß gemacht“, so ihr Fazit. Überraschenderweise lag sie damit deutlich vor der stärker einzuschätzenden 20-jährigen Johanna Pulte (22:45 Minuten), die aber über Wadenprobleme klagte und somit nicht ganz an die Leistungsgrenze gegangen war.

1. Kindelsberg-Run über 3,7 Kilometer und 300 Höhenmeter. Der Blick in den Zieleinlaufkanal am Kindelsbergturm.

Ergebnisse 1. Kindelsberg-Run 2024

Männer
MHK: 1. Arne Fuchs (TSG Helberhausen) 19:28.
M30: 1. Fabian Jenne (SG Wenden) 16:21; 2. Markus Plett (TSG Helberhausen) 20:56; 3. Daniel Ditsche (SG Siegen-Giersberg) 26:56.
M35: 1. Alexander Hein (Kreuztal) 21:15.
M40: 1. Thomas Lorsbach (TuS Deuz) 18:40; 2. Tim Werthebach (TuS Deuz) 25:33.
M45: 1. Falk Sänger 21:18; 2. Christian Riedel (TSG Helberhausen) 21:38; 3. Axel Vetter (ASC Weißbachtal) 24:29.
M50: 1. Carsten Wunderlich (RT Vundalish) 21:51; 2. Ingo David (TSG Helberhausen) 28:35; 3. Jörn Krause (TuS Ferndorf) 29:31.
M55: 1. Manuel Tuna (TSG Helberhausen) 23:07; 2. Wolfgang Fuchs (TSG Helberhausen) 24:05; 3. Michael Heinisch (TuS Ferndorf) 24:19.
M60: 1. Martin Hansel (TuS Deuz) 22:04; 2. Henk Vink (SC Rückershausen) 25:56; 3. Dirk Reichow (TuS Ferndorf) 36:32.
M70: 1. Bernd Loock (Skifreunde Hüttental) 28:33; 2. Hajo Siewer (Skiclub Olpe) 32:20.

Frauen
WHK: 1. Johanna Pulte (SG Wenden) 22:45.
W30: 1. Marie Fuchs (TSG Helberhausen) 27:43.
W35: 1. Stefanie Osthoff (SG Wenden) 21:25.
W40: 1. Leoni Jakob (ASC Weißbachtal) 34:27.
W50: 1. Tamara Wagener (Netphen) 31:36.
W60: 1. Heike Hardt 26:02.
W65: 1. Christa Siller (TV Langenholdinghau.) 34:16.
W70: 1. Barbara Jüngst (ASC Weißbachtal) 35:14.

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