Ende eines langen Sportlerlebens – Trauer um Rudi Oppermann (97)

Der Niederscheldener Multisportler Rudi Oppermann ist wenige Tage nach seinem 97. Geburtstag gestorben. Seinen letzten Wettkampf absolvierte er im Oktober 2016: Beim HTS-Volksbank-Tunnelauf in Niederschelden wurde der 93-Jährige mit der Startnummer 93 auf der Brust für seine Teilnahme am 5-Kilometer-Lauf gefeiert. Foto: Frank Steinseifer

Niederschelden. Turnen, Tennis, Tanzen, Skilaufen, Bergsteigen und Laufen bis ins hohe Alter – ein Leben ohne Sport wäre für ihn undenkbar gewesen. Jetzt ist der Niederscheldener Rudi Oppermann im Alter von 97 Jahren gestorben.

Turner, Tennisspieler, Leichtathlet, Skifahrer, Bergsteiger und Tänzer

Dass Sport bis ins hohe Alter fit hält und die Gesundheit fördert, dafür war Rudi Oppermann mit der Statur eines drahtigen Turners ein Paradebeispiel. Zuerst Gerätturner, dann Leichtathlet, Tennisspieler, Skiläufer und Tänzer – sportliche Betätigung, wöchentlich mehrfaches Training und auch Wettkämpfe haben das Leichtgewicht fit gehalten. „Wer rastet, der rostet auch“, war der Leitsatz des Multisportlers. Mit über 80 Jahren sammelte er noch Erfolge bei den Deutschen Tennismeisterschaften und weil kaum jemand in seinem Alter diese Leistungsfähigkeit besaß, hieß es dann oft „Spiel, Satz und Sieg“ gegen jüngere Konkurrenz. Im Winter zog es ihn immer wieder in die Skigebiete. Auf vielen Pisten hatte der rüstige Niederscheldener „lebenslanges freies Fahren“. „Skilanglauf ist mir meist zu langweilig, ich fahre lieber Abfahrt“, erzählte Rudi als fast 90-Jähriger mal über den Gartenzaun hinweg von Nachbar zu Nachbar.

50 mal das Goldene Sportabzeichen – Ehrung durch die Stadt Siegen

Schon im Alter von 17 Jahren erwarb Rudolf Oppermann das Jugendsportabzeichen. Später folgte dann nahezu jährlich ein weiteres Sportabzeichen, erst in Bronze, dann in Silber, unterbrochen nur durch Krieg und sowjetischer Gefangenschaft. Im Alter von 43 Jahren begann er dann mit dem Goldenen Sportabzeichen. 2016 erhielt er die goldene Ehrennadel für das 50. Sportabzeichen in Gold. Für diese überragende Leistung über Jahrzehnte hinweg wurde er wenig später auch bei der Sportlerehrung der Stadt Siegen ausgezeichnet. Durch seine sportliche Disziplin – drei Mal wöchentliches Lauftraining über 5 Kilometer auf dem Rosengartensportplatz in Niederschelden, Kraftsport, Skigymnastik, Seniorengymnastik sowie Tennis – ist er so lange körperlich fit und geistig rege geblieben. 83 Jahre lang war er Mitglied im TV Niederschelden, auch im Vorstand, als Turnwart, Altersturnwart, Kassenwart und Beisitzer war das Ehrenmitglied viele Jahre tätig. Am Hubenfeld in Niederschelden lebte Rudi Oppermann im eigenen Haus auch nach dem Tod seiner Frau Erika Oppermann selbstbestimmt und eigenständig – erst in den vergangenen Monaten wurde er im AWo-Seniorenheim in der Hengsbach betreut.

Mit 93 Jahren Start beim HTS-Volksbank-Tunnellauf 2016 in Niederschelden

Auch der Laufsport hatte es Rudi Oppermann angetan, so ging er auch beim Silvesterlauf an der Obernau an den Start. Viel beachtet in der Läuferszene war aber sein letzter Wettkampf. Beim HTS-Volksbank Tunnellauf am 22. Oktober 2016 in Niederschelden, dem einmaligen Straßenlauf durch den Bühltunnel auf der fertiggestellten Südtrasse der Hüttentalstraße, wurde Rudi Oppermann als ältester Teilnehmer gefeiert. Mit der Startnummer 93 lief der 93-Jährige die 5-Kilometer-Strecke. Im Ziel erklärte er: „Das hat mir großen Spaß gemacht, aber das war sicher mein letzter Wettkampf…“ 

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