Berglauf-DM 2026: Gipfelglück und „Goldmedaille“

So glücklich sehen „Goldmedaillen“-Gewinner aus (von links): Manuel Schräder, Freddi Wehner und Fabian Jenne sicherten sich bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften den Titel in der Mannschaftswertung. Foto: SG Wenden  

BREITUNGEN/THÜRINGEN. Die Langstreckler der SG Wenden haben den nächsten großen Coup gelandet. Bei den Deutschen Berglauf-Meisterschaften in Breitungen/Werra (Thüringen) gewannen die Sauerländer in der Besetzung Frederik Wehner (4.), Manuel Schräder (6.) und Fabian Jenne (8.) „Gold“ in der Mannschaftswertung. Damit wiederholte das Laufteam von Trainer Egon Bröcher den Erfolg an gleicher Stelle aus dem Jahre 2019, damals gewann das Trio der SG Wenden in der Besetzung Tobias Lautwein, Fabian Jenne und Nils Schäfer. Die „Rothemden“ hatten diesmal sogar dem Laufteam Kassel, das eine Woche zuvor bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften den Mannschaftstitel errungen hatte, den Schneid abgekauft.

„Bei allen Meisterschaften durchgehend in den Top 5
und drei Mal mit Medaillen auf dem Treppchen,
kein anderes Team in Deutschland war in der Breite so erfolgreich.“

Egon Bröcher – Lauftrainer SG Wenden

Es war das i-Tüpfelchen auf eine erfolgreiche Frühjahrs- und Wintersaison 2025/26, denn die Bilanz der vergangenen sechs Monate in der DM-Mannschaftswertung ist beachtlich: Die Langstreckler der SG Wenden liefen bei den Deutschen Cross-Meisterschaften und bei der DM im Straßenlauf über 10 Kilometer in der Teamwertung auf den 5. Platz, bei den Deutschen Halbmarathon- und den Deutschen Marathon-Meisterschaften jeweils zu „Silber“ und nun sogar zur „Goldmedaille“ bei der Berglauf-DM. „Bei allen Meisterschaften durchgehend in den Top 5 und drei Mal mit Medaillen auf dem Treppchen, kein anderes Team in Deutschland war in der Breite so erfolgreich“, zog Trainer Egon Bröcher ein äußerst positives Fazit des vergangenen halben Jahres.

… und schon wieder „nur“ DM-Vierter

Es läuft also bei der SG Wenden – wäre da nicht der klitzekleine Wermutstropfen einer „Blechmedaille“. „Schade, dass Freddi jetzt schon wieder auf dem vierten DM-Platz gelandet ist, aber irgendwann packt er es noch mit einer Medaille, da bin ich mir sicher“, erklärte Bröcher zum Abschneiden des schnellsten Bergläufers im SG-Wenden-Dress. Aus dem Mund von Frederik Jonas Wehner hört sich das dann so an: „Auf den Tag genau vor einem Jahr bin ich bei der Halbmarathon-DM in Paderborn in 1:06:44 auch Vierter geworden und jetzt bei der Berglauf-DM wieder Vierter. Obwohl ich mit meiner Leistung sehr zufrieden bin, so langsam nerven die Plätze, immer knapp an der Medaille vorbei.“

Nur Freddi Wehner hatte richtig frische Beine

Es war eine anspruchsvolle Streckenführung über 13 Kilometer mit 750 Höhenmetern bergauf und 430 Höhenmetern bergab – dazu mussten die Bergläufer mit kaltem Wind und Regenschauern zurechtkommen. Der Regen war so stark, die Veranstalter mussten sogar den Start verschieben, stellenweise war der Boden tief und matschig. Von den Wendener Langstrecklern hatte nur Frederik Wehner, der sich in dieser Saison auf die 5.000 Meter konzentrieren will und seinen letzten Wettkampf vor sechs Wochen bei der Straßen-DM über 10 Kilometer absolviert hatte, richtig „frische“ Beine. Während Manuel Schräder nach der Halbmarathon-DM vor vier Wochen aufgrund von Wadenproblemen eine Zwangspause im Training einlegen musste und in zehn Tagen nur zwei lockere Einheiten absolvierte, steckten den Mannschaftskollegen Fabian Jenne, Timo Böhl und Markus Mockenhaupt die vielen harten Wettkampfkilometer von den Meisterschaftsrennen über 10 Kilometer, Halbmarathon und im Marathonlauf von vor einer Woche noch in den Knochen. Doch auch diesmal stellten sich alle wieder in den Dienst der Mannschaft.

„Wenn es nur bergauf gegangen wäre,
ich wäre sicherlich Dritter geworden.“

Freddi Wehner (SG Wenden)
der auf den Gefällstücken Maximilian Zeus ziehen lassen musste

Nach dem Startschuss ging es dann sofort „zur Sache“. Freddi Wehner konnte sich zu Beginn in der Spitzengruppe festsetzen. „Bergauf lief es richtig gut, ich lag an dritter Stelle“, so Wehner, der mit den steilen Rampen mit Steigungen bis 40 Prozent bestens zurechtkam. Im steilen Bergabstück aber, da stürmte dann plötzlich der Trail- und Berglaufspezialist Maximilian Zeus von LG Telis Finanz Regensburg an Wehner vorbei. „Der lief in einem Affenzahn vorbei, das war halsbrecherisch, da konnte ich nicht mitgehen“, so der Alchener. In der zweiten Runde kämpfte sich Wehner am Berg wieder heran, im rutschigen Gefällstück musste er dann wieder abreißen lassen. „Wenn es nur bergauf gegangen wäre, ich wäre sicherlich Dritter geworden“, so Wehners Selbsteinschätzung. Und so blieb ihm am Ende hinter dem neuen Deutschen Berglaufmeister Tobias Ulbrich (LG Landshut/50:37 Min.), Dominik Notz (LAV Stadtwerke Tübingen/50:41 Min.) und Maximilian Zeus (51:43 Min.) wieder ein 4. Platz im Gesamteinlauf (52:29 Min.).

„Meine Beine waren zwar okay,
aber nach dem Marathon vor einer Woche eben nicht perfekt.“

Fabian Jenne (SG Wenden)

Damit war aber der Grundstein für den Erfolg der SG Wenden gelegt. Zweitbester der SG Wenden war der ehemalige Oberliga-Fußballer der Sportfreunde Eisbachtal, Triathlet und Marathonläufer Manuel Schräder (Bestzeit 2:23:13/Berlin 2024) auf Rang sechs, zugleich Dritter in der AK M30 in 53:02 Minuten. Als Achter im Gesamteinlauf und Dritter im Wendener Team folgte Fabian Jenne nach 53:39 Minuten. Der erklärte nach dem Rennen: „Ich musste schon relativ früh vorne abreißen lassen. Meine Beine waren zwar okay, aber nach dem Marathon vor einer Woche eben nicht perfekt. Ich hatte aber gesehen, dass Manuel und Freddi kurz vor und hinter Philipp Stuckhardt vom Laufteam Kassel lagen und ich konnte dann zum Schluss im Zielspurt auch noch an Leonardo Ortolano von Kassel vorbeiziehen.“

„Wir mussten ja mit dem Team „Gold“ und damit die
Tobi-Lautwein-Gedächtnis-Medaille für unseren verletzten Kumpel gewinnen.
Mit Tobi hatten wir ja vor etlichen Jahren das erste Berglauf-„Gold“ geholt.“

Fabian Jenne (SG Wenden)

Die erfolgreichen Langstreckler der SG Wenden bei der Berglauf-DM 2026 in Breitungen (von links): Timo Böhl, Markus Mockenhaupt, Fabian Jenne, Freddi Wehner und Manuel Schräder. Foto: SG Wenden

In der Addition der Laufzeiten war es dann die „Goldmedaille“ in der Mannschaftswertung (2:39:10 Std.) mit deutlichem Vorsprung vor dem Laufteam Kassel (2:47:13 Std.) und LG Region Karlsruhe (2:51:20 Std.). „Wir mussten ja mit dem Team „Gold“ und damit die Tobi-Lautwein-Gedächtnis-Medaille für unseren verletzten Kumpel gewinnen. Mit Tobi hatten wir ja vor etlichen Jahren das erste Berglauf-„Gold“ geholt“, freute sich Jenne und schickte damit auch nochmal Genesungsgrüße an Tobias Lautwein, der diesmal bei der Berglauf-DM nicht am Start sein konnte. Fabian Jenne sicherte sich zudem den 2. Platz in der AK M35, zusammen mit Timo Böhl (4. M35/55:43 Min.) und Markus Mockenhaupt (59:37 Min.), der in der M45 noch die Bronzemedaille erreichte, schaffte das Altersklassenteam die dritte Goldmedaille im vierten Meisterschaftsrennen in diesem Jahr.

AK-Titel auch für Drescher-Eigner, Wagener und Fries

Bei der Berglauf-DM in Breitungen waren noch weitere heimische Langstreckler am Start. Im Lauf der Jugend und Senioren über 7,2 Kilometer sicherte sich Diethild Drescher-Eigner (LG Wittgenstein) in 44:51 Minuten den Titel in der Altersklasse W65, die Fischelbacherin Conny Wagener (LC Diabü Eschenburg) gewann in 45:45 Minuten die Klasse der W70 und Hans-Joachim Fries (RSV Daadetal) lief in 46:00 Minuten zum Titel in der M75. 

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