Cross-DM: Frederik Wehner verpasst EM-Ticket nur knapp

Frederik Jonas Wehner von der SG Wenden – hier bei den Deutsche Crosslauf-Meisterschaften 2021 in Sonsbeck/Kreis Wesel – kam bei der Cross-DM in Löningen auf den 6. Platz in der U23 und verpasste damit nur hauchdünn das Ticket für die Cross-EM.

Löningen. Frederik Jonas Wehner, Mittel- und Langstreckenläufer der SG Wenden, ist bei den Deutschen Crosslauf-Meisterschaften in Löhnungen hauchdünn an einer kleinen Sensation vorbeigeschrammt. Im Rennen der Männlichen Jugend U23 lief er nach einem spannenden Finish als Sechster ins Ziel. Eigentlich ein guter Erfolg in Anbetracht der starken Konkurrenz – doch glücklich war der Alchener mit der Platzierung nicht: Um einen Platz, um ganze zwei Sekunden verpasste er die Qualifikation für die Crosslauf-Europameisterschaften in zwei Wochen in Italien.

Rempler kostet die Fahrkarte nach Italien

Bei den Deutschen Cross-Meisterschaften in Löningen geht das Rennen über 7,75 Kilometer der Männlichen Jugend U23 in die finale Phase. Nach einem taktisch klugen Lauf hat sich der Alchener Frederik Wehner im Trikot der SG Wenden auf dem welligen Wiesenkurs, gespickt mit kleinen Hügeln und Strohballen als Hindernisse, vom neunten auf den fünften Rang vorgearbeitet. 150 Meter vor dem Ziel hat der 22-Jährige das Ticket für die Cross-Europameisterschaft schon zum Greifen nahe. Hinter dem sicheren Sieger Florian Bremm (TV Leutershausen/25:13) beginnt bei den fünf unmittelbaren Verfolgern der Kampf um die weiteren Podiumsplätzen und um den fünften Platz. Dann wirft ein Rempler eines Konkurrenten Frederik Wehner aus dem Tritt, er verliert den Rhythmus und damit entscheidende Meter Boden im Endspurt. Wehner lief nach Aussage von Trainer Egon Bröcher das bisher beste Rennen seiner Karriere, er hatte das Nationaltrikot für den Einsatz mit der DLV-Mannschaft bei der Cross-EM in Italien schon fast in der Hand, doch am Ende fehlten wenige Meter, ganze zwei Sekunden auf den fünften Platz, den EM-Qualifikationsplatz und auch nur fünf Sekunden zu einer Medaille. Wehner wurde knapp hinter Benedikt Brem (4./LG TELIS FINANZ Regensburg/25:20 Min.), Julian Großkopf (5./LAZ Ludwigsburg/25:21) Sechster in 25:23 Minuten.

Ich weiß gar nicht mehr,
wer mich da getroffen hat.

Frederik Wehner, im Interview nach dem Rennen

„Ich weiß gar nicht mehr, wer mich da getroffen hat. Klar, das kann bei einem Crosslauf im Eifer des Gefechts immer mal passieren, ich mache da keinem einen Vorwurf. Für mich ist das aber bitter und extrem ärgerlich. Ich glaube, dass ich ohne die Attacke den fünften Platz gehalten hätte. Natürlich bin ich jetzt tief enttäuscht, es war mein letztes Rennen in der Klasse der U23 und die Chance auf ein Rennen im Nationaltrikot kommt sicherlich so schnell nicht wieder“, erzählt Wehner ziemlich frustriert nach dem Rennen im Interview.

Rennen mit Handicap: Start mit angebrochener Schulter

Von Beginn an stand diese DM für den Maschinenbaustudent an der Uni Siegen unter keinem guten Stern. Vor einer Woche hatte ihm ein Autofahrer bei einer Trainingsfahrt mit dem Rennrad die Vorfahrt genommen, bei dem Sturz hatte er sich die rechte Schulter angebrochen. Trotz der Verletzung war Wehner bereits einen Tag später bei den Kreis-Cross-Meisterschaften sowohl auf der Kurz- als auch auf der Langstrecke gelaufen. Nach diesem bestandenen Test fühlte er sich fit für die Cross-DM in Löningen, bei der er mit getaptem Arm ins Rennen ging. „Ich hatte keine Schmerzen, die Schulter hat mich nicht groß beeinträchtigt,“ wollte er die Verletzung nicht als Erklärung dafür vorschieben, dass es am Ende im harten Zweikampf „nur“ zum 6. Platz gereicht hat.

Wehner behauptet sich gegen starke Konkurrenz

Wehner kann sich nur damit trösten, dass er derzeit in der Form seines Lebens ist, denn er hat sich gegen Mitstreiter behauptet, die die 10 Kilometer bereits unter 30 Minuten gelaufen sind. Dass es mit einem Startplatz bei der Cross-EM nun nicht geklappt hat, ist für den jungen Läufer auch aus einem anderen Grund enttäuschend: Seine Lebensgefährtin Johanna Pulte, die die Cross-DM am Wochenende aufgrund einer Corona-Erkrankung kurzfristig absagen musste, hat das Ticket für die Titelkämpfe in Italien bereits in der Tasche. Die gemeinsame Teilnahme bei der Cross-EM in zwei Wochen wäre für Beide ein echtes Highlight gewesen.

Starkes Rennen von Fabian Jenne auf der Männer Langstrecke

Das erfolgreiche Team der SG Wenden (v.l.): Freddi Wehner, Fabian Jenne, Boukje Beckmann, Tanja Charitos und Steffi Osthoff. Foto: Verein

Bereits zum vierten Mal wurden die Deutschen Crossmeisterschaften im niedersächsischen Löningen ausgetragen. Der Ausrichter VfL Löningen sorgte erneut für eine nahezu perfekte Organisation und hatte eine anspruchsvolle, aber ansonsten gut  zu laufende Strecke präpariert. Heuballen, Sand und aufgeschüttete Erdhügel gaben dem profilierten Wiesenkurs den richtigen Crosscharakter. Im Trikot der SG Wenden lief nicht nur Frederik Wehner ein starkes Rennen. Seine derzeit gute Form stellte auch Wehners Trainingskollege Fabian Jenne unter Beweis. Auf der Männer-Langstrecke über 9,8 Kilometer lief der 32-jährige Berglaufspezialist ein bärenstarkes Rennen in 32:27 Minuten und damit auf den 21. Platz. (somit einen Kilometerschnitt von 3:16 min./km)

Steffi Osthoff gewinnt „Silber“ – Kathi Schäfers „Bronze“

Im Rennen der Frauen über 6,35 Kilometer, das Titelfavoritin Alina Reh mit deutlichem Vorsprung gewann, liefen auch zwei heimische W35-Läuferinnen ein überaus starkes Rennen. Die Ottfingerin Steffi Osthoff im Trikot der SG Wenden zeigte wieder ihre Querfeldein-Qualitäten und lief in 26:35 Minuten zur Vizemeisterschaft und die Straßenspezialistin Kathi Schäfers aus Niederschelden im Trikot des TuS Deuz folgte in 27:01 Minuten und konnte sich über „Bronze“ freuen. In der Mannschaftswertung der Frauen W35-W45 feierten die Frauen der SG Wenden sogar den Titel: In der Besetzung Steffi Osthoff, Tanja Charitos (17./29:48 Min.) und Boukje Beckmann (19./30:14 Min.) lag das Trio punktgleich mit SV Oberkollbach, doch die Wendenerin Beckmann war um einen Rang besser platziert und gab damit den Ausschlag für „Gold“.

Gabi Müller-Scherzant erneut Vizemeisterin in der W50

Gabi Müller-Scherzant lief wie im Vorjahr zum DM-Vizetitel in der W50. Foto: Verein

Einen Treppchenplatz sicherte sich auch Gabi Müller-Scherzant im gemeinsamen Meisterschaftsrennen der Seniorinnen und Senioren über 4,12 Kilometer.  Hinter Susanne Rossmanith (LG Allgäu) sicherte sie sich in 17:24 Minuten wie im Vorjahr die Silbermedaille in der Klasse W50 vor ihrer Dauerrivalin Simone Braun (TSV Klausdorf). Im gleichen Lauf traf Rainer Müller vom TuS Deuz auf ganz starke Konkurrenz in seiner Altersklasse M70. Mit 20:22 Minuten und dem 5. Platz erzielte der Siegener ein achtbares Resultat. Diethild Drescher-Eigner von der LG Wittgenstein belegte in der Kasse der W60 in 20:30 Minuten den 4. Platz. 

Carsten Wunderlich mit gutem Rennen in der M50

Bei den Senioren M60/65 belegte der RSV Daadetal in der Besetzung Bernd Brenner (16./18:44 Min.), Hermann Roth (17./18:45 Min.) und Hans-Joachim Fries (30./21:37 Min.) in der Mannschaftswertung den 4. Platz. In der Klasse der Senioren M50/55 erzielte das Trio der LG Kindelsberg Kreuztal mit Carsten Wunderlich (20. Platz/15:58 Min.), der in der M50 den 11. Platz belegte, Marco Göckus (34./16:39) und Manuel Tuna (56./17:53) den 9. Rang in der Mannschaftswertung. Im Lauf der weiblichen Jugend U18 (4,12 km) belegte Inga Buchner (LG Kindelsberg Kreuztal) in 19:23 Minuten den 36. Platz. Auf der Männer-Mittelstrecke (4,12 km) kam Vereinskollege Maximilian Hackler auf Rang 68. (15:27 Min.).

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