Köln Marathon 2026: Jecke Stimmung – Frust über Medaille

Mit einer großen Gruppe fuhr der TuS Deuz zum Marathon/Halbmarathon nach Köln. Allein fünf Staffeln waren am Start. Den besten Job machte Anno Dallmann im Marathonlauf als Pacemaker für Läufer unter der 3-Stunden-Marke. Foto: Verein

KÖLN. Herbstzeit ist Marathonzeit. Nur eine Woche nach dem Highlight beim 52. BMW Berlin-Marathon war die Laufszene zu Gast in der Domstadt – darunter auch wieder viele aus dem Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe. Beim 28. Generali Köln Marathon gab es bei strahlendem Sonnenschein mit insgesamt 41.500 Läuferinnen und Läufern einen neuen Teilnehmerrekord – ein Plus von über zehn Prozent. Nach Berlin zeigte auch Köln eindrucksvoll: Der Laufsport und vor allem die großen Stadtläufe erleben einen weiteren Boom.

Über die Marathondistanz stellten sowohl der Kenianer Bernard Kiprop Koech (2:06:10 Std.) als auch seine Landsfrau Jackline Chepngeno (2:21:34 Std.) neue Streckenrekorde auf. Schon am Vormittag gab es zwei neue Streckenrekorde im Halbmarathon: Marathon-Europameister Richard Ringer (LC Rehlingen/1:01:48 Std.) und die Düsseldorferin Esther Pfeiffer (1:07:24 Std.) stellten neue Streckenbestzeiten auf. Ob Top-Athleten oder Freizeitläufer, unisono waren die Teilnehmer von der erneut grandiosen Karnevalsstimmung in der Domstadt begeistert. Bei der „Finisher-Medaille“ gingen die Meinungen jedoch auseinander. Die einen sind von der  Nachhaltigkeit der seit 2019 aus Holz gefertigten Medaille begeistert, andere vermissen die Wertigkeit. Eine Läuferin, die in einem Instagram-Video mit ihrer Medaille eine Flasche alkoholfreies Kölsch öffnet, schrieb: „Stimmung kann Köln. Medaillen nicht.“ Ein anderer Läufer beschwerte sich auf Instagram: „Der Kölner Marathon lernt nicht dazu. Das hier ist die Medaille, wieder von den Pfadfindern geschnitzt. Hier reißen sich Leute den Arsch auf. Was ist das, Köln?“

Matthias Weber vom RSV Osthelden war in Köln mit 2:46:33 Std. der schnellste Marathonläufer aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. Foto: Frank Steinseifer

Wie schon beim Berlin-Marathon, so gingen auch in Köln wieder viele Läuferinnen und Läufer aus der Region – vor allem vom ASC Weißbachtal, TuS Deuz und die SG Wenden am Start. Über die volle Marathondistanz von 42,195 Kilometern war Matthias Weber vom RSV Osthelden (Team Werthebach) in 2:46:33 Std. (24. M35) der schnellste aus der Region. Unter der begehrten 3-Stunden-Marke blieben auch Carl Philip Heising (ASC Weißbachtal/2:55:18 Std./47. M35), René Metzger (Die Mannschaft/2:57:50 Std./45. M40), Jens Bieker (TV Attendorn/2:59:35/52. M40) und auch Anno Dallmann vom TuS Deuz. Der 41-jährige Ultra-Spezialist war jedoch nicht auf einen eigenen Rekord aus, er stellte sich als Pacemaker zur Verfügung. Mit der 3-Stunden-Fahne lief er präzise wie ein Uhrwerk und wer sich an seine Fersen heftete und bis ins Ziel an seiner Seite mithielt, der schaffte dann auch eine Punktlandung. Dallmanns Zeit im Ziel: 2:59:51 Std. – Mission erfüllt! Er lag damit sogar noch vor der besten der insgesamt fünf Marathon-Staffeln des TuS Deuz, die mit vier Läufern nach 3:01:47 Std. finishte. 

Läuferinnen und Läufer der SG Wenden waren in Köln im Halbmarathon erfolgreich (v.l.): Christian Rüsche, Christl Dörschel, Liv Behle, Markus Mockenhaupt, Judith Hacker. Foto: Verein

Mit insgesamt sieben Athleten war die SG Wenden im Halbmarathonlauf am Start. Schnellster im roten Dress war der Wilgersdorfer Markus Mockenhaupt, der in 1:14:28 Std. die Altersklasse M45 gewann – seine Zwillingsschwester Sabrina Mockenhaupt-Gregor (Tomerdinger LV) begnügte sich mit lockeren 1:28:14 Std. (1. W45). Besonders stark einzuschätzen ist die Leistung von Judith Hacker, die in 1:18:52 Std. (1. W30) ihre zweitschnellste Halbmarathonzeit lief.„Ich wollte auf jeden Fall nochmal unter 1:20 laufen, aber zuletzt beim 10 km-Lauf in Herdorf fühlte sich das Tempo gar nicht so locker an. Umso mehr freut es mich, dass ich es trotz aller Probleme geschafft habe“, erklärte die aktuell schnellste Wendener Läuferin, die den ersten Platz von 1838 Finisherinnen in der AK W30 belegte. Tempomacher an ihrer Seite war Christian Rüsche, der sich später im Rennen zurückfallen ließ und nach 1:23:20 Std. entspannt ins Ziel lief. Ein tolles Rennen machte auch Christl Dörschel in 1:23:45 Std. (2. W50). Zusammen mit Liv Behle (1:27:40 Std.) belegten die drei Frauen auch den 3. Platz in der Teamwertung. Matthias Nebe absolvierte Köln als Trainingswettkampf in 1:20:17 Std., Stefan Schmalenbach erzielte 1:35:01 (18. M55).

Mit einer großen Läufergruppe war der TuS Deuz in Köln vertreten. Insgesamt mit fünf Staffeln und einige im Halbmarathon waren am Start. Foto: Verein

Generali Köln Marathon 2026 – Blick in die Ergebnisliste

Marathon (bis 4:00 Std.):
Niklas Grabow (Siegen) 3:02:07 Std. (87. MHK); Tom Blasius (Netphen) 3:13:48 (176. M30);  Daniel Sauer (Netphen) 3:15:50; Rüdiger Stahl (ASC Weißbachtal) 3:16:24 (14. M55); Igor Lang (TuS Deuz) 3:18:40 (178. M35); Tobias Klein (Olpe) 3:19:17 (146. M40); Jan-Luca Kottenhahn 3:19:37 (177. MHK); Nikolas Decker (beide EJOT Team TV Buschhütten) 3:22:25 (198. MHK); Clara Kranauge (SC Fretter) 3:23:52 (29. WHK); Bastian Brüser (Wenden) 3:27:19 (194. M40); Britta Heider (Netphen)  3:40:40 (28. W40); Luca Pertzsch (Siegen) 3:40:51 (431. M30); Markus Ringer (ASC Weißbachtal) 3:42:44 (207. M45); Tanja Becker (TuS Germ. Fischbacherhütte) 3:45:24 (60. W35); Sabine Hoffmann (ASC Weißbachtal) 3:46:38 (4. W55); Jörg Engel (Trail Crew Siegen) 3:46:39 (115. M50); Florian Marx (Siegen) 3:47:59 (575. MHK); Gregor Teichmann (Siegen) 3:53:06 (481. M35); Anja Schneider Schaffarczik (ASC Weißbachtal) 3:54:12; Yasmin Herchenröder (TV Attendorn) 3:59:02 (78. W40); Julius Obermeier (Bad Berleburg) 3:59:34 (808. MHK).

Halbmarathon (bis 2:00 Std.):
ASC Weißbachtal: Carina Hübner 1:38:43 (33. W40); Axel Vetter 1:39:11 (108. M45); Christian Stein 1:39:48 (209. M40); Dirk Nitschke 1:43:03 (70. M50); Tina Hebel 1:47:18 (18. W50); Amelie Rübsamen 1:59:05 (28. WJU20).
Bad Laasphe: Julian von der Heydt 1:38:33 (20. MJU20); Martin Uvira 1:44:52 (91. M50); Jens Mengel 1:51:41 (436. M40); Wiebke Bernshausen (Bad Laasphe) 1:54:00 (145. W40).
Timo Böhl (LG Wittgenstein) 1:52:59/Tempomacher für Kathleen Zimmer.
Burbach: Denis Pickhan 1:55:50 (871. MHK); Sarah Wagner 1:56:03 (172. W40); Philipp Heinz 1:56:49 (567. M40); Jasmin Heinz 1:56:49 (567. M40).
CLV Siegerland: Jens Raupach 1:23:30 (49. M35).
TuS Deuz: Christian Becker 1:22:16 Std. (11. M45); Iris Haehner 1:34:26 (25. W35); Philipp Kneppe 1:48:33 (132. M50); Kathleen Zimmer 1:52:59 (8. WJU18); Marco Werthebach 1:55:51 (344. M45).
Freudenberg: Florian Dehnst 1:59:17 (907. M35).
Kreuztal: Kerstin Siebel 1:34:54 (6. W45); Lea Fischer 1:42:52 (6. WJU20); Florian Schneider 1:44:20 (162. M45); Andreas Beer 1:54:42 (206. M50); Nils Brombach 1:58:52 (886. M35); Laura Pütz 1:59:21 (547. W30).
Netphen: Melanie Langer 1:58:31 (275. W35); Janina Wagener 1:58:33 (500. W30).
Olpe: Marieke Clemens 1:45:51 (162. W30); Bartosz Walecki 1:46:11 (325. M40); Christopher Schwermer 1:48:04 (360. M40); Marco Cellura 1:52:43 (460. M40); Christopher Schieritz 1:52:43 (801. M30); Johannes Hooss 1:54:46 (874. M30); Markus Mischewski 1:55:36 (538. M40); Dennis Eichert 1:57:37 (591. M40); Matthias Humpert 1:58:38 (258. M50); Dustin Schaum 1:59:15 (1059. M30).
Siegen: Danijel Lazar 1:34:52 (152. M40); Felix Kowol 1:35:20 (235. MHK); Eugen Arzer 1:45:51 (518. MHK); Julian Höfler 1:46:41 (540. MHK); Mats Menn 1:52:03 (728. MHK); Daniel Bald 1:53:16 (768. MHK); David Remmel 1:54:56 (764. M35); Malte Feckler 1:55:14 (774. M35); Ronja Scholz 1:56:43 (598. WHK); Christian Klimaschka 1:59:25 (270. M50).
Wilnsdorf: Max Meissner 1:31:19 (136. M35); Melinda Kettner 1:42:35 (55. W35); Sebastian Heitze 1:52:06 (281. M45); Julia Ketteler 1:57:00 (444. W30); Joachim Jung 1:57:08 (366. M45).

Alle Ergebnisse Generali Köln Marathon 2026 – HIER

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