Licht aus für den „Fackellauf“ in Langenholdinghausen

18. Fackellauf des TV Langenholdinghausen 2025 – 3. Lauf SVB-3-Städte-Tour. 180 brennende Fackeln an der Strecke, Start des Hauptlaufs um 21.30 Uhr und die Siegerehrung um Mitternacht – das hatte nur der stimmungsvolle „Fackellauf“ in Langenholdinghausen zu bieten. Jetzt ist der Liebling in der heimischen Laufszene Geschichte. Der Vorstand des TV Langenholdinghausen verkündete das Aus und kündigte dem Orgateam der SVB-3-Städte-Tour. ©Foto: Frank Steinseifer

LANGENHOLDINGHAUSEN. Die heimische Laufszene ist um einen stimmungsvollen Volkslauf ärmer. Der „Fackellauf“ des TV Langenholdinghausen ist Geschichte. Der Vereinsvorstand erklärte das Aus und kündigte dem Orgateam der SVB-3-Städte-Tour. Schriftlich teilte der Vorstand unter anderem mit, dass das Kerngeschäft des Vereins bei der Leichtathletik liege und dass der Fackellauf mit seinen „hohen Ansprüchen“ an die Organisation in „unangemessener Weise Kraft und Zeit bindet“, was auf Dauer „nicht in dem nötigen Maß“ aufzubringen sei, so die Erklärung.

180 Fackeln – Start 21.30 Uhr – Siegerehrung um Mitternacht

Beim „Fackellauf“ mitten durch’s beschauliche 2.000-Einwohner-Örtchen Langenholdinghausen ticken die Uhren anders. Wenn anderswo die Läufer längst wieder zu Hause sind und die Organisatoren knitterkaputt zum Fazit beisammen sitzen, dann, ja dann, fängt man in „Hollekusse“ erst richtig an. Der Hauptlauf startet erst um 21.30 Uhr mit Einbruch der Dunkelheit, dann säumen 180 brennende Fackeln entlang der Feldwege die Strecke in ein stimmungsvolles Licht und die Anwohner holen die Stühle vors Haus und feuern die Läuferinnen und Läufer an. Eine Kamera auf einem vorausfahrenden Motorrad und eine Drohne senden Livebilder, die auf einer großen Videoleinwand übertragen werden – so sind die Zuschauer im Zielraum ständig auf dem Laufenden. Die Tagesschnellsten laufen kurz nach 22 Uhr ins Ziel, die Letzten bekommen noch nach 22.30 Uhr viel Beifall in der Dorfmitte und die Siegerehrung geht erst kurz vor Mitternacht über die Bühne. Für einen kleinen Dorfverein ist das Jahr für Jahr viel Aufwand, doch das Resultat gab den Organisatoren bislang immer Recht. Im Vorjahr gab es mit 331 Teilnehmern einen neuen Rekord und Jahr für Jahr waren auch die Schnellsten der Region wie ein Jonas Hoffmann dabei, wenn in „Hollekusse“ die Fackeln angezündet wurden.

TVL-Vorstand kündigte Orgateam der SVB-3-Städte-Tour

Doch jetzt gehen beim „Fackellauf“ buchstäblich die Lichter aus. Wie ein Lauffeuer hatte die Hiobsbotschaft schon beim Deuzer Sparkassen Pfingstlauf die Runde gemacht: Den „Fackellauf“ in Langenholdinghausen, die dritte Station in der SVB-3-Städte-Tour, wird es ab 2027 nicht mehr geben. Nach einer Vorstandssitzung am 20. April hatte die Vereinsführung des TVL unter Vorsitz von Christine Henze-Afrahi das Organisationsteam der SVB-3-Städte-Tour mit Schreiben vom 18. Mai „fristgerecht“ schriftlich über die Aufkündigung des Vertrages informiert. In dem zweiseitigen Schreiben legt der Vorstand die Gründe für das Aus ausführlich dar und erklärt: „Der Vorstand ist sich einig, dass das Kerngeschäft in der Leichtathletik […] liegt, dass aber der Fackellauf mit diesen hohen Ansprüchen in unangemessener Weise Kraft und Zeit bindet, die wir auf Dauer nicht in dem nötigen Maß aufbringen können.“ Das Schreiben schließt mit den Worten: „Wir teilen hiermit ebenfalls mit, dass wir den 2019 geschlossenen Vertrag zwischen den drei Vereinen TVE Netphen, TuS Ferndorf, TV 1960 Langenholdinghausen e.V. und der Dienstleistungsgesellschaft für Media und Sponsoring Kreuztal zum nächst möglichen Termin kündigen.“

Organisator Frank Schneider von Nachricht überrascht

Den Organisationsleiter des TVL-Fackellaufs, Frank Schneider, traf die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. „Ich bin von der Entscheidung des Vorstands total überrascht worden. Ich war auch im Vorfeld überhaupt nicht eingebunden worden. Auch die anderen Vereine hat diese Entscheidung überrascht und die sind total verärgert über die Art und Weise“, erklärte Schneider im Gespräch. Er könne die aufgeführten Argumente, dass zum Beispiel die positive Entwicklung des Laufs und die daraus resultierende gestiegene organisatorische Gesamtleistung des Vereins durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zukünftig auch zu mehr Kosten und Gegenleistungen führen würde, nicht nachvollziehen. „Der Lauf hat nie zu einem Verlust für die Vereinskasse geführt, finanziell war es nie ein Risiko für den Verein“, betont Schneider.

„Hitze-Absage“ kam vom TVL-Vorstand

Weiter heißt es im Schreiben: Die vom „Sportorganisator gewünschte Professionalität“ sei mit der „Verpflichtung des Vereins ehrenamtlich für den Sport tätig zu werden, nicht in Einklang zu bringen“. Schneider dazu: „Darüber hätte man ja reden können, wie Helfer, die Freiwillige Feuerwehr und der Erste-Hilfe-Dienst mit einer Gegenleistung entschädigt werden.“ Auf die Palme gebracht hat ihn jedoch folgender Satz: „Die Attraktivität des Laufs führt zu einer erhöhten Teilnehmerzahl […], führt aber auch zu Konflikten vor Ort am Veranstaltungstag, da die Erwartungen so mancher Läuferin, so mancher Läufer einfach zu hoch angesetzt sind.“ Frank Schneider: „Mir sind von keinem Teilnehmer besondere Ansprüche oder große Kritik bekannt. Das sind doch nur vorgeschobene Argumente. Ich bringe es mal auf den Punkt: Die TVL-Vereinsführung hatte einfach keinen Bock mehr auf den Lauf.“ Auch die Entscheidung, den für den 27. Juni terminierten „Fackellauf“ aufgrund zu großer Hitze abzusagen, sei eine Entscheidung des Vorstandes gewesen.

Vereinsgründung: „Lauf- und Walkingfreunde Meiswinkel“

Vereinsgründung „Lauf- und Walkingfreunde Meiswinkel e. V“ – hier der gewählte Vorstand (v. links): Martin Fuchs, Christian Bode, Felix Schneider, Frank Schneider, Marco Berger, Tim Nockemann, Artem Kraft, Michael Sting, Marcel Pöck. Foto: Verein

Damit aus der SVB-3-Städte-Tour künftig keine „Zwei-Städte-Tour“ wird, dazu hat Lauforganisator Frank Schneider bereits am Donnerstagabend die Weichen gestellt. Zusammen mit einigen Laufsportbegeisterten hat er den Verein „Lauf- und Walkingfreunde Meiswinkel e.V.“, kurz LWF Meiswinkel, gegründet. Die Eintragung ins Vereinsregister erfolgt noch in Kürze, Sitz des Vereins wird Siegen-Meiswinkel sein. Zum geschäftsführenden Vorstand wurden gewählt: Frank Schneider (Veranstaltungen), Christian Bode (Verwaltung) und Tim Nockemann (Finanzen/Mitgliederverwaltung). Zum erweiterten Vorstand gehören Felix Schneider (Jugendleitung) sowie die Beisitzer Marco Berger, Artem Kraft, Patrick Schneider und Michael Sting. Die grundsätzliche Intention des Vereins ist die Durchführung eines Laufangebots im Rahmen der 3-Städte-Tour. „Zweck des Vereins ist die Förderung und Ausübung des Ausdauersports, insbesondere im Bereich Laufen und Walking“, heißt es in der Satzung.

2027 mit neuen Läufen in Eiserfeld und Meiswinkel

Der Ersatz für den „Fackellauf“ in Langenholdinghausen ist auch bereits in Planung. „Wir werden einen neuen Volkslauf in Meiswinkel anbieten. Start und Ziel wird auf dem Aschensportplatz Auf der Södde des SSV Meiswinkel sein“, erklärt Frank Schneider den aktuellen Stand. Kommt es wie geplant, dann läuft die 3-Städte-Tour 2027 in Ferndorf sowie an den beiden neuen Austragungsorten Eiserfeld (Ausrichter Eiserfelder TV) und in Meiswinkel.

18. Fackellauf Langenholdinghausen 2025
17. Fackellauf Langenholdinghausen 2024
16. Fackellauf Langenholdinghausen 2023

Ein Kommentar

  1. ist natürlich sehr schade um den traditionellen Lauf. Vielen Dank an khm. Organisatorische Probleme werden wohl allen anderen Veranstaltern in Zukunft auch bleiben. Danke an alle in Hollekuuse und viel Erfolg den Neuen.
    Uwe Runkel, CVJM Siegen SG – Silvesterlauf

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