
FRANKFURT. Der für die LG Kindelsberg startende 22-jährige Moritz Gert Hoppe, sowie der 45-jährige Markus Mockenhaupt von der SG Wenden waren die zwei schnellsten Läufer beim 43. Mainova Frankfurt Marathon 2026 der unter widrigen Bedingungen über die Bühne ging. Hoppe, der für SSF Bonn Triathlon Team startet, rannte zu einer neuen persönlichen Bestzeit von 2:37:40 Std. und liegt damit nun an erster Stelle in der jetzt aktualisierten DLV-Bestenliste für die Altersklasse der U23.
Stimmungsvoller Zieleinlauf beim Frankfurt Marathon
Herbstzeit ist Marathon-Zeit. Das gilt auch für die Langstreckenläufer aus den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe. Einmal einen Marathon über 42,195 Kilometer zu „finishen“ ist und bleibt ein großes Ziel für viele ambitionierte Ausdauersportler. Am Ende des Jahres stehen dann für die meisten drei Herbst-Marathonläufe zur Auswahl: Wer keinen Startplatz für den 52. BMW Berlin-Marathon Ende September, oder aber für den 28. Generali Köln Marathon vor drei Wochen ergattern konnte, der schnürte dann am vergangenen Sonntag beim 43. Mainova Frankfurt Marathon die Schuhe. Der Marathon durch die Mainmetropole ist nicht nur der zweitälteste Stadtmarathon Deutschlands, der Zieleinlauf in Frankfurt gilt auch als einer der stimmungsvollsten weltweit. Ob Weltklasse-Athlet knapp über zwei Stunden oder aber 6-Stunden-Läufer – beim Finale in der proppenvollen Frankfurter Festhalle wird jeder Finisher auf dem roten Teppich gefeiert wie ein Sieger.
Teilnehmerrekord mit fast 20.000 Startern
Dass der Marathonlauf weiterhin einen Boom erlebt, das belegen die Zahlen: In diesem Jahr hatten sich mit 19.720 Läuferinnen und Läufern aus 128 Nationen so viele Menschen wie nie zuvor für den Lauf durch Frankfurt angemeldet. Über das gesamte Rennwochenende bewegte der Laufklassiker am Main 32.820 Menschen. Inoffizielles Wahrzeichen der Strecke ist der „Hammering Man“ im Start- und Zielbereich, der Marathonläufer an jenen „Mann mit dem Hammer“ erinnert, der Läufer oftmals im letzten Viertel des Rennens bei schwindenden Kräften heimsucht. Die Bedingungen waren für alle Läufer eine Herausforderung: starker Regen, nasser Asphalt mit vielen Pfützen, rutschige Kurven und dazu auch noch Wind verhinderten noch schnellere Zeiten.
Blanka Dörfer läuft ohne Uhr und nur nach Gefühl
Im Rennen der Männer triumphierte überraschend der Äthiopier Jirata Dinki in 2:05:26 Std. Mit einem starken Rennen wurde Amanal Petros Zweiter in 2:05:46. Der Europameister ist der erste deutsche Läufer in diesem Jahrtausend, der beim Mainova Frankfurt Marathon einen Podest-Platz erreichte. Bei den Frauen sorgte Blanka Dörfel mit einem außergewöhnlichen Marathon-Debüt für Aufsehen. Hinter der äthiopischen Siegerin Zeineba Yimer (2:19:45 Std.) lief die Berlinerin als Zweite nach 2:20:46 ins Ziel und wurde damit auf Anhieb zur zweitschnellsten deutschen Läuferin aller Zeiten über die 42,195 Kilometer. Die überraschte dann im Ziel mit ihrer Aussage: „Ich habe ja keine Uhr, ich laufe auch im Training immer nach Gefühl“, erzählte die 24-Jährige im ARD-Zielinterview.
Markus Mockenhaupt diesmal ohne PB-Druck
Erste Glückwünsche zum Erfolg kamen übrigens von der bislang letzten deutschen Siegerin, Sabrina Mockenhaupt-Gregor, 2008 Frankfurt-Siegerin in 2:26:22 Std. „Mocki“ hatte Zuhause die Live-Übertragung im hessischen Fernsehen mitverfolgt und auch mit ihrem Zwillingsbruder Markus Mockenhaupt von der SG Wenden mitgefiebert. Der hatte mit Frankfurt noch eine Rechnung offen, nachdem er im Vorjahr mit Ziel Bestzeit (2:32:39 Std.) angetreten war, dann aber mit Frust und starken Krämpfen zu kämpfen hatte und am Ende völlig ausgepumpt nach 2:38:41 Std. ins Ziel in der Festhalle lief. Trotz der widrigen Bedingungen lief es für den 45-jährigen Wilgersdorfer diesmal deutlich besser: Die erste Marathonhälfte in 1:19:24, die zweite in 1:19:03 Std. beendete er das Rennen diesmal ohne Krämpfe in 2:38:27 Std. (15. M45). „Damit bin ich 100 Prozent zufrieden, weil ich da auf der Strecke so oft verreckt bin. Ich habe letztlich auf meinen Vater gehört, der mir geraten hatte, lauf doch mal einen Marathon, ohne zu versuchen, Bestzeit zu laufen und genieß den Lauf. Wenn man in Frankfurt nämlich zu schnell anläuft und dann auf der Mainzer Landstraße Gegenwind hat, stirbt man tausend Tode“, zeigte sich Markus Mockenhaupt sehr zufrieden mit dem Rennen.
Moritz Gert Hoppe rennt an die U23-Spitze

Noch ein wenig schneller als Mockenhaupt war der Nachwuchsläufer Moritz Gert Hoppe. Der 22-Jährige Triathlet vom SSF Bonn Triathlon Team, der bei der Challenge Roth die Langdistanz in 8:55:13 Std. (2. Platz AK M20) finishte, bei Laufwettkämpfen jedoch für die LG Kindelsberg Kreuztal startet und ab und zu in Kreuztal mittrainiert, verbesserte seine beim Bonn-Marathon am 19. April aufgestellte Bestzeit von 2:41:15 Std. in Frankfurt nun auf 2:37:40 Std. (63. MHK). Eigentlich hatte Hoppe, der eine Woche zuvor den Drei-Brücken-Lauf in Bonn über 10 Kilometer in 32:44 Minuten gewann, für den Marathon in Frankfurt eine Zeit um 2:34 Stunden angepeilt, doch Probleme mit der Verpflegung stoppten sein Vorhaben auf den letzten Kilometern. Mit seiner Leistung dürfte er aber dennoch mehr als zufrieden sein. Hoppe ist nach der Aufnahme der Resultate von Frankfurt nun bester Deutscher Läufer in der Altersgruppe U23 in der soeben aktualisierten DLV-Bestenliste 2026.
„Mocki“, Silas Becker und Alexander Höhne unter 3 Stunden

Kurz hinter Markus Mockenhaupt folgte ein weiterer heimischer Läufer. Der Burbacher Silas Becker (TV Haiger), Zwillingsbruder von Burbachs Bürgermeister Jonas Becker, verbesserte seine im Mai in Duisburg erzielte Bestzeit von 2:41:32 nun auf 2:39:45 Std. (75 MHK). Mit Alexander Höhne vom Team TVE Netphen blieb in 2:52:02 Std. (53. M45) ein weiterer heimischer Läufer deutlich unter der 3-Stunden-Marke. Der Neunkirchener Raphael Petri (SC Hohenseelbachskopf) war kurz vor der Halbmarathonmarke in einen Sturz verwickelt, kämpfte sich danach aber doch noch durch und war mit der Endzeit von 3:07:16 Std. (393. M35) recht zufrieden. Patrick Krämer (Crown Town Runners Siegen) war in 3:16:50 Std. (454. M40) zweieinhalb Minuten schneller als im Vorjahr. Auch Christian Cramer (Siegen) trotzte dem Regen und lief nach 3:49:25 (987. M35) ins Ziel in der Festhalle. Carina Hübner (ASC Weißbachtal) benötigte 3:56:19 Std. (146. W40).
72-Jähriger „Carlos“ Steiner finishte 72. Marathon
Ein ganz besonderer Marathon war der Lauf durch die Mainmetropole für den 72-jährigen Karl Steiner vom TuS Deuz, der die 42,195 Kilometer zu seiner besten Langstrecklerzeit in 2:41:56 Std. lief: 1983 gelang ihm in Frankfurt in 3:13 Std. ein gelungenes Marathondebüt, jetzt war er zum zehnten Mal dabei, absolvierte vier Wochen nach dem Berlin-Marathon zusammen mit der 62-jährigen Vereinskollegin Birgit Schneider einen „Genussmarathon“ in 5:31:24 Std. und finishte seinen sage und schreibe 72. (!) Marathonlauf.
