
DARMSTADT. Ein welliger Wiesenkurs, gespickt mit Strohballen, einer Sandgrubenpassage, kurzen Anstiegen und rutschigen Gefällstücken – die zweitägigen Deutschen Crosslauf-Meisterschaften mit dem Rekordergebnis von 1264 Meldungen, verlangten den Querfeldein-Läufern alles ab. Am Start waren auch etliche Athleten aus dem Siegerland, Wittgenstein und dem Kreis Olpe.
Cross-DM 2025: Selektiver Parcours im Darmstädter Bürgerpark

Der Parcours im Darmstädter Bürgerpark, nur wenige Meter entfernt vom Haus der Leichtathletik mit dem Hauptsitz des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hatte echte Crossbedingungen. Hier kamen diejenigen zum Zuge, die mit tiefem Geläuf, mit vielen Richtungswechseln und Änderungen des Laufrhythmus am besten zurecht kamen. Dass sich aus heimischer Sicht vor allem die Langstreckler der SG Wenden im Cross pudelwohl fühlen, dass zeigten sie am Wochenende erneut mit einigen Titeln und Treppchenplätzen.
Jonas Hoffmann nach Sturz auf Rang 15









Von oben bis unten mit Matsch bedeckt standen die Wendener Jonas Hoffmann, Fabian Jenne und Manuel Schräder am Sonntagnachmittag im Ziel nach einem harten Rennen auf der Männer Langstrecke über 7,5 Kilometer. Alle drei sahen aus, als hätten sie gerade Schlammcatchen hinter sich gebracht. Nach „Bronze“ im Vorjahr musste sich das Team diesmal mit Rang fünf in der Mannschaftswertung begnügen. Jonas Hoffmann, der lange Zeit an Position neun lag, stürzte in der letzten der fünf Runden, was ihn zwei, drei Plätze kostete. Am Ende lief er nach einem guten Rennen in 25:40 Minuten auf Platz 15 ins Ziel. „Klar, der Sturz hat etwas Zeit gekostet, aber mit dem Lauf bin ich trotzdem echt zufrieden. Ich bin ja noch nicht wieder so lange im Training, ich bin heute nur für die Mannschaft gelaufen“, erklärte der 29-jährige Triathlet.
Fabian Jenne Deutscher Meister in der AK 35-45





Dahinter folgte Fabian Jenne auf dem 25. Platz (26:06 min.) als zweitbester Wendener. Für den 35-Jährigen war es bereits das zweite Rennen des Wochenendes. Am Tag zuvor hatte er nach einem starken Sololauf ganz souverän das Rennen der M35-M45 auf der Mittelstrecke gewonnen und sich über den Titel Deutscher Meister gefreut. Zusammen mit Markus Mockenhaupt (5. M45) und Thomas Bröcher (16. M40) belegte das Team Rang 5 in der M35-45.
Manuel Schräder läuft mit blutender Hand weiter






Mit stark blutender Hand lief der Dritte im Bunde der Wendener Langstrecken-Mannschaft, Manuel Schräder aus Montabaur auf Platz 33 (26:24 min.) ins Ziel. Bei einem Sturz in einer schlammigen Spitzkehre war ihm ein nachfolgender Läufer mit den Spikes auf die Hand getreten, die Folge: ein tiefer Cut an der rechten Hand. Wendens Trainer Egon Bröcher, der Manuel Schräder zum Nähen der Hand ins Darmstädter Krankenhaus begleitete, verpasste dann das Rennen auf der Langstrecke der M35-M45. Der Wendener Neuzugang ab 2026, Timo Böhl, am Vortag im gleichen Lauf wie Sieger Jenne auf Rang 5, war am Sonntag im tiefen Geläuf auf der Senioren-Langstrecke in seinem Element. In seinem letzten Meisterschaftsrennen im Trikot der LG Wittgenstein und für den Kreis Siegen-Wittgenstein holte er sich den Deutschen Meistertitel in der M35. Im selben Rennen folgte gut zwei Minuten dahinter Markus Mockenhaupt auf dem 9. Platz in der M45.








Verena Schneider mit DM-Titel in der W40 – Pulte auf Platz 11





Ein erfolgreiches Wochenende feierten auch die Frauen der SG Wenden. Im Rennen der Frauenklasse 35-45 führte Verena Schneider lange Zeit das gesamte Feld an und kam dann als Gesamtdritte und Deutsche Meisterin der W40 ins Ziel. Nur zehn Sekunden dahinter landete Stefanie Osthoff auf dem „Bronzerang“ in der W35. Christl Dörschel, gerade erst aus Trainingslager in der Sonne zurückgekehrt, stellte sich in den Dienst der Mannschaft und komplettierte das Trio. In ihrer AK W45 belegte sie Platz drei und sorgte damit für den Mannschaftserfolg: Deutscher Mannschaftsmeister der Frauen W35-W45. Ihr letztes Meisterschaftsrennen in der U23 absolvierte Johanna Pulte auf der Langstrecke der Frauen. „Mit meinem Lauf bin ich doch recht zufrieden“, erklärte die Olperin nach ihrem 11. Platz. Trainer Egon Bröcher: „Für Johanna sind die 7,5 Kilometer viel zu lang gewesen. Im nächsten Jahr läuft sie die Frauen-Mittelstrecke, ich schätze, da hat sie mit ihrer Schnelligkeit bessere Chancen.“
Gabriel Niklas und Jarne Beckmann sammeln DM-Erfahrung
Ihre ersten Cross-DM-Erfahrungen machten die zwei Wendener Gabriel Niklas und Jarne Beckmann. Im Rennen der Männlichen Jugend U18 über 3,8 Kilometer mit 112 Teilnehmern belegte Niklas den 57. Platz (14:17 min.), übrigens vier Sekunden vor Julius Hehn von der LG Sieg, und Beckmann kam auf Rang 88 (14:44 min.). Ben Berg (ASC Weißbachtal) belegte den 101. Platz (15:23 min.). Im Rennen der Weiblichen Jugend U20 über 4,5 Kilometer belegte Imke Bosch (LG Kindelsberg Kreuztal) den 36. Rang (19:35 min.), über die gleiche Strecke kam Vereinskollege Jalon Frensch auf Rang 69 (17:26 min.). Gert Moritz Hoppe (LGK) kam in der U23 auf der Männer-Langstrecke auf Rang 90.
Conny Wagener gewinnt Titel in der W65


Starke Rennen über 4,5 Kilometer der Seniorinnen/Senioren zeigten auch zwei Läuferinnen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein. So sicherte sich die Fischelbacherin Conny Wagener (22:45 min.) im Trikot des LC Diabü Eschenburg den Deutschen Meistertitel in der W65 und „Bronze“ holte sich Diethild Drescher-Eigner (LG Wittgenstein/23:19 min.). Im selben Lauf belegte Horst Grübener in 21:38 min. den 11. Platz in der M65, Hans-Joachim Fries (RSV Daadetal) kam in der M70 auf Rang 10.




Nachwuchs mit guten Leistungen im Rahmenprogramm
Im Schüler-Cross im DM-Rahmenprogramm über 1,5 Kilometer lief Leo Uebach (LG Kindelsberg Kreuztzal/5:44 min.) ein starkes Rennen und belegte den 3. Platz in der M14. Die „Kindelsberger“ Timo Nissel (17. M15/6:57 min.), Ilker Heinemann (11. M13/7:09 min.), Anton Oberin (7. M9/7:27 min.) und Noah Büdenbender (16. M14/7:31 min.) zeigten gute Leistungen – sowie vom TuS Deuz Matthis Junker (7. M13/6:49 min.), Adam Krzanowski (3. M9/7:12 min.) und Lasse Junker (7. M12/7:26 min.).
